Shure SE535 Wireless im Test

Shure SE535 Wireless im Test

Am Smartphone gut zu klingen ist eine Sache – ohne zusätzliche Verstärkung auch richtig schön laut zu sein eine andere. Der Shure SE535 ist zwar nicht billig, dafür kann man damit richtig geil abrocken. Dank gut sitzender Ohrstücke fallen die High-End-Stöpsel selbst beim Headbangen nicht aus den Lauschern.

In-Ear-Ohrhörer haben einen zweifelhaften Ruf. Was wohl an den – meist minderwertigen – Teilen liegt, die Smartphone-Hersteller ihren Geräten beilegen. Tatsache ist jedoch: Hochwertige In-Ears können so manchen ausgewachsenen Kopfhörer sprichwörtlich an die Wand spielen.

Einer der jüngsten Beiträge aus dem Hause Shure – seit den 60er-Jahren für herausragende Mikrofone bekannt – fällt eindeutig in diese Kategorie. Der SE535 soll höchsten Ansprüchen auch drahtlos voll und ganz gerecht werden. Sollte der Akku einmal leer sein, kann man auf das mitgelieferte Universal-Klinkenkabel zurückgreifen und in altbewährter Manier weiter genießen.

Ausstattung satt

Ehe der SE535 seine schönsten Seiten zu zeigen vermag, fällt beim Unboxing zuerst der üppige Lieferumfang auf. Neben Verbindungs- und Klinkenkabel – beide sind mit Drei-Tasten-Fernbedienung ausgestattet – liegen der Verpackung insgesamt acht Ohrpassstücke aus Schaumstoff und Silikon bei, die praktisch jeder Ohrform gerecht werden. Dazu kommen ein Micro-USB-Ladekabel (Stecker nicht enthalten), ein Flugzeug-Adapter, ein Klinkenadapter von 3,5 auf 6,3 mm sowie ein schickes Transportcase für unterwegs.

Je nachdem, ob man nun via Bluetooth oder verkabelt Musik hören möchte: Sowohl das Verbindungs- als auch das Universal-Klinkenkabel lassen sich mit einem einfachen Klick mit den Ohrhörern verbinden; und das Pairing via Bluetooth 4.1 funktioniert problemlos – die Verbindung reicht bis zu zehn Meter weit. Nach nicht ganz acht Stunden war im Test der Akku leer.

Kopfschmuckfreie Zone

Das Einstöpseln ins Ohr erfordert ein wenig Übung, klappt aber nach einiger Zeit halbwegs gut. Dabei wird das Kabel hinter dem Ohr nach oben geführt und die In-Ears werden mit einer Vierteldrehung in den Gehörgang gewuchtet. Für sportliche Aktivitäten empfehlen sich die Ohrpassstücke aus Schaumstoff, die vor dem Einsetzen mit den Fingern zusammengedrückt werden und sich dann im Ohr wieder entfalten. Damit die Lasche am Ohr gut sitzt, kann diese in die optimale Form gebogen und am Klinkenkabel durch ein Verkürzen des losen Kabels mit dem Kunststoffschieber entweder unter oder hinter dem Kopf (je nach Trageweise) quasi festgezurrt werden. Das sieht zwar nicht besonders schick aus, hält dafür aber umso besser. In der Bluetooth-Variante hängen die Laschen des Verbindungskabels einfach nur über das Ohr. Hier wäre ein strafferer Halt wünschenswert. Besonders die Schaumstoff-Ohrpassstücke lassen jedoch rasch die Sorge verfliegen, dass sich beim Sport oder Headbangen die Stöpsel lösen und aus dem Ohr fallen könnten. Das ist auch gut so, denn zur Entfaltung des bestmöglichen Klangs müssen die Ohrteile wirklich sitzen, sonst klingen die Shure wie zwei leere Blechdosen.

Was dann aus den Klangkörpern ins Ohr dringt, erstaunt nicht nur Ohrstöpsel-Skeptiker: Der Sound ist voll, Höhen und Mittel ertönen klar und hell, die Bässe kommen druckvoll und knackig. In Sachen Lautstärke überzeugt der Shure selbst am brustschwachen Smartphone – unglaublich, was er aus dem Handy herauszuholen vermag. Der SE535 erweist sich quer durch alle Genres als Allrounder: Weder sind bei Hip-Hop und Co die Bässe zu wenig noch bei Klassik Höhen und Mitten zu blass.

Viel Licht, wenig Schatten

Wirklich hervorragend schlägt sich der SE535 auch als Headset. Die Sprachwiedergabe ist laut und deutlich, Umgebungsgeräusche werden vom Mikrofon effizient herausgefiltert. Nach längerem Suchen finden sich beim jüngsten Shure-Sprössling jedoch auch kleine Schwächen: Bei Android-Geräten ist die volle Funktionalität der Inline-Fernbedienung nur im Bluetooth-Modus gegeben. Verkabelt man den SE535 via Klinke mit dem Smartphone, funktioniert nur die Start-Stopp-Taste. Mit iOS-Geräten erfüllen die Lautstärke-Tasten ihre Aufgabe hingegen anstandslos.

Fazit: Für Musikliebhaber, die unterwegs Ohrstöpsel bevorzugen, gehören die SE535 mit zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Trotz des hohen Preises: absolute Kaufempfehlung!

Shure SE535 Wireless

➜ Sound-Isolating-Ohrhörer mit hochauflösendem Dreifach-Treiber & BT 4.1
➜ Empfindlichkeit: 119 dB SPL/mW, Impedanz: 36 Ω, Frequenzgang: 18 Hz – 19 kHz, Sound-Isolation: bis zu 37 dB
➜ Fit-Kit mit insgesamt acht verschiedenen Ohrpassstücken
➜ Klinkenkabel, Inline-Fernbedienung
➜ Bis zu 8 Stunden Laufzeit im BT-Mode
➜ Gewicht: 30 Gramm
➜ Preis: ca. € 340,–

  test