Libratone Zipp im Test

Libratone Zipp im Test

Eine runde Sache, nicht nur optisch. Der via Smartphone-App steuerbare Lautsprecher Libratone Zipp ist ein Schmankerl fürs Auge und macht auch sonst eine gute Figur. Wir haben das stylische Teil ausprobiert.

Dieser drahtlose Speaker hat einen Vogel. Genauer gesagt eine Nachtigall. Als Logo des dänischen Herstellers Libratone ziert sie die Touch-Taste an der Oberseite des Libratone Zipp, über die er auch gesteuert werden kann.

Der Name Zipp ist Programm, lässt sich doch die bunte Stoffhülle des Lautsprechers abzippen und beliebig austauschen. Das Prinzip ist simpel, die Umsetzung allerdings nicht ganz so leicht. Bevor sich das Cover abstreifen lässt, muss man erst dahinterkommen, wie die Halteschlaufe abmontiert wird. Ziehen oder zerren an der Lederschlaufe bringt nichts – selbst bei gleichzeitiger Drehbewegung. Erst wenn man den Alu-Knopf dreht (bis er sich aus der Arretierung löst), kann auch der Lederriemen abgenommen werden. Das Anbringen einer neuen Hülle ist ebenfalls mit etwas Fitzelei verbunden.

Die ungewöhnliche Gestaltung ist ein Grundgedanke des Geräts, welches Design-Affine mit Hang zum Minimalismus ansprechen soll. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Wireless-Speakern ist der Libratone Zipp nicht für draußen konzipiert, vielmehr heißen die Stichworte Accessoire und Multiroom.

So können etwa mehrere zylinderförmige Speaker via Bluetooth gekoppelt und beliebig platziert werden. In diesem Fall sollte die Verbindung zum Smartphone allerdings über WLAN erfolgen, damit ein optimales Zusammenspiel mehrerer Lautsprecher gewährleistet ist. Diese Multiroom-Funktion wird via App (für iOS und Android) aktiviert. Für die Nutzung mehrerer Zipps in verschiedenen Räumen lassen sich auch sogenannte Soundspa- ces einrichten. Dadurch kann in jedem Soundspace unterschiedliche Musik abgespielt werden – wobei Zipp-Boxen innerhalb eines Soundspaces parallel dieselben Titel wiedergeben. Erwähnenswert ist auch noch, dass über Soundspaces zwei Zipps wie ein „echtes“ Paar Stereolautsprecher verbunden werden können. Eine Box übernimmt dann den linken Kanal, die andere den rechten.

Die Steuerung des Zipp-Speakers erfolgt über den Touch-Sensor auf der Oberseite. Hier können klassische Abspielfunktionen oder favorisierte Radiosender angewählt werden. Auch die Lautstärke kann hier geregelt werden. Diese lässt sich übrigens ganz flott reduzieren, indem man die Hand über die Touch-Fläche hält. Außerdem zeigt der Knopf mit der Nachtigall den Akkustand an. Ist die Box mit einem Smartphone gepairt, tippt man bei eingehenden Anrufen auf den Vogel, um Zipp als Freisprecheinrichtung zu nutzen.

Sie haben oben richtig gelesen: Radiosender. Dank DLNA hat man mit Zipp Zugriff auf Tausende Online-Sender, auch Spotify wird unterstützt. Dieses Feature muss aber über die App angesteuert werden. Das Design ist nicht nur optisch eine Besonderheit, denn der 360-Grad-Sound macht es überwiegend irrelevant, wo man den oder die Lautsprecher aufstellt. Für die Feinjustierung bietet die Zipp-App auch Soundprofile je nach Musikrichtung oder Platzierung im Raum an. Apropos Sound: Der präsentiert sich nicht übermäßig klar, aber dennoch sehr ausgewogen und mit satten Bässen und ist mit 100 Watt Musikleistung absolut partytauglich.

Fazit: Ein sehr hochwertig verarbeiteter Lautsprecher. Besonders praktisch sind Multiroom-Funktion und App-Steuerung, der 360- Grad-Sound ist absolut zufriedenstellend. Allerdings ist der Preis mit knapp 300 Euro relativ hoch angesetzt, da man Geräte mit ähnlichen Features bereits günstiger bekommt.

LIBRATONE ZIPP

➜ Mobiler, multiroomfähiger Lautsprecher
➜ Wi-Fi, Bluetooth 4.0 aptX, Airplay, DLNA, Spotify Connect, Miniklinke, USB
➜ Class-D-Verstärker (100 Watt), 4"-Tieftöner, 2x 1"-Hochtöner, 2x 4“-Radiatoren
➜ 10 Stunden Akkulaufzeit
➜ 26,1 x 12,2 cm, 1,5 kg
➜ Preis: € 299,–