HTC One A9 im Test

HTC One A9 im Test

Einmal iPhone, aber mit Android bitte! HTCs One A9 sieht Apples Vorzeige-Smartphone zum Verwechseln ähnlich. Während die Verarbeitung durchaus mithalten kann, steckt unter der Haube nur Mittelklasse-Hardware.

Hübsch ist es ja, das iPhone. Doch vielen ist es zu teuer, und außerdem will nicht jeder nur wegen des Designs auf die Flexibilität des Android-Betriebssystems verzichten. HTC hat die Lösung: das One A9. Das neue Smartphone der Taiwaner sieht dem iPhone zum Verwechseln ähnlich.

Das hat sogar ein Vergleichstest bewiesen: Mehreren Personen wurden beide Geräte gezeigt – jedoch mit abgedeckter Home-Taste und überklebtem Logo auf der Rückseite. Um den Spaßfaktor zu erhöhen, wurde auf dem HTC One A9 zusätzlich noch ein iPhone-Theme installiert. Und tatsächlich: Nur eingefleischte iPhone-Kenner oder Besitzer des neuen Modells konnten das „richtige“ iPhone erkennen.

Doch nicht nur optisch, auch von der Verarbeitung her kann das HTC-Handy mit Apples Telefon mithalten. Das One A9 fühlt sich mit seinem Aluminiumgehäuse äußerst wertig an und macht einen stabilen Eindruck. Unschön hat HTC den Fingerabdrucksensor integriert: Unterhalb des Displays findet man die entsprechende Taste, die gleichzeitig auch der Home-Button ist. Links und rechts davon würde man sich die Zurück- und Multitasking-Tasten erwarten. Fehlanzeige: HTC nutzt weiterhin virtuelle Bildschirmtasten.

Dadurch gibt es die Home-Taste gleich zweimal, einmal als Bildschirmtaste und einmal als Sensortaste. Hätte man zwei weitere Sensortasten eingebaut, bliebe mehr Platz am Bildschirm. Immerhin: Der Fingerabdrucksensor arbeitet äußerst schnell und zuverlässig.

Das gleiche kann man leider nicht vom Snapdragon 617-Hauptprozessor behaupten. Dieser entstammt der Mittelklasse und liefert vor allem in grafiklastigen Apps nur ca. ein Drittel der Leistung aktueller Top-CPUs. Im Smartphone-Alltag, d.h. beim Telefonieren, Surfen oder Videos anschauen fällt das nicht auf, sehr wohl aber bei Spielen oder Bild- und Videobearbeitungsprogrammen. Der mit 16 GB recht knapp bemessene Speicher lässt sich praktischerweise mittels einer microSD-Karte erweitern.

Das Display bietet den für AMOLED typischen hohen Kontrast und ein tiefes Schwarz, dafür aber nur eine mittelmäßige Helligkeit. An sonnigen Tagen fällt einem das Ablesen daher schwer. Mit seinem 2.150 mAh großen Akku kommt man mit dem One A9 gut über den Tag, zwei schafft man aber nur bei sehr sparsamer Nutzung.

Bei der Kamera setzt HTC auf ein 13-Megapixel-Modell mit optischem Bildstabilisator. Die damit geschossenen Fotos können sich tagsüber sehen lassen, auch wenn schattige Bereiche oft etwas zu dunkel abgebildet werden. Die Fotos sind gut, aber nicht sehr gut. An das aktuelle iPhone, LGs Kamera-Profi G4 oder Samsungs Galaxy S6 kommt das HTC One A9 nicht heran. Noch größer wird der Unterschied bei wenig Licht, wo die Bilder regelmäßig sehr dunkel geraten.

Videos filmt das Smartphone maximal in Full HD-Auflösung. Das One A9 ist übrigens eines der ersten Smartphones mit Googles neuester Android-Version 6.0. Optisch merkt man davon auf den ersten Blick wenig, da HTC seine Sense 7-Oberfläche drübergestülpt hat. Sense 7 bietet mit „Blinkfeed“ eine eigene Nachrichtenzentrale und einige praktische Personalisierungsfunktionen.

Dennoch profitiert man von den Optimierungen und neuen Einstellmöglichkeiten von Android 6.0. Alles in allem ist das One A9 ein gutes Mittelklasse-Smartphone, das jedoch schlicht zu teuer ist. Um weniger Geld gibt es die zwar etwas älteren, aber deutlich besseren Flaggschiffe von Samsung und LG.

HTC One A9

➜ 5,0 Zoll AMOLED-Display
➜ Auflösung: 1.920 x 1.080 P.
➜ LTE, HSPA+, EDGE, GPRS
➜ CPU: 4x 1,5 & 4x 1,2 GHz
➜ 2 GB RAM, 16 GB Speicher
➜ Kameras: 13/4 Megapixel
➜ 145,8 x 70,8 x 7,3 mm, 143 g
Preis: ca. € 300,-

  test