TP-Link Archer C5400 im Test

TP-Link Archer C5400 im Test

Der TP-Link Archer C5400 ist ein Hochleistungs-WLAN-Router, der auch bei mehreren gleichzeitig verbundenen WLAN-Endgeräten für ultraschnelle Datentransfers sorgt. Das macht ihn zum idealen Partner für Online-Gaming, 4K-Videostreaming und Datenübertragungen zwischen PCs im Heimnetz.

Mit einem Internetanschluss bekommt man meist auch einen WLAN-Router vom Provider zur Verfügung gestellt. Allerdings handelt es sich dabei in der Regel um einfache Geräte, die nur durchschnittliche Übertragungsraten bieten. Abhilfe schaffen Modelle wie der TP-Link Archer C5400 oder kurz AC5400. Er ist der schnellste WLAN-ac-Router des chinesischen Herstellers und eines der leistungsfähigsten Geräte am Markt. Wir wollten wissen, wie gut er tatsächlich ist.

Von der Ausstattung her ist der AC5400 ein waschechtes High-End-Produkt. Der Router unterstützt den schnellen WLAN-ac-Standard und bietet vier Gigabit-LAN-Anschlüsse – so weit, so unspektakulär. Bei der theoretisch möglichen Geschwindigkeit und den Extras jedoch zeigt er, was billige von teuren Routern unterscheidet. Der AC5400 bietet als Besonderheit simultanes Triband-WLAN. Dadurch ist es möglich, ein WLAN-Netz im 2,4-GHz-Band sowie gleich zwei Netze im 5-GHz-Band gleichzeitig zu betreiben. Dabei sind kombinierte Brutto-Datenübertragungsraten von bis zu 1.000 Mbit/s auf 2,4 GHz und 2x bis zu 2.167 Mbit/s auf 5 GHz möglich – die passenden WLAN-Endgeräte vorausgesetzt. Die „Smart Connect“-Funktion sorgt dafür, dass sich die Endgeräte mit dem am wenigsten frequentierten Band verbinden. Dank „MU-MIMO“ kann der AC5400 bis zu vier Geräte gleichzeitig mit Daten versorgen, einfache Router müssen das hintereinander erledigen. Und mit „Beamforming“ wird sichergestellt, dass die acht Antennen ihr Signal zielgerichtet zu den jeweiligen Endgeräten senden. Damit dem Router bei alldem nicht die Puste ausgeht, steckt ein 1,4 GHz schneller Dualcore-Prozessor mit drei Koprozessoren im Gehäuse. Dabei ist für jedes Frequenzband ein eigener Prozessor zuständig.

Um ein WLAN-Netz aufzubauen, muss der Router mit einem Modem verbunden werden. Im Test klappte das mit einem UPC-Modem problemlos (bei neueren Modellen mit eingebautem Router sollte man dessen WLAN-Funktion abschalten). Anschließend wird der AC5400 möglichst zentral aufgestellt. Im Prinzip ist für die Nutzung der Basisfunktionen nicht mehr nötig. Für Einstellungen jeglicher Art wird das Web-Interface des Routers verwendet – oder alternativ eine App von TP-Link. Übersichtlicher und umfassender ist das Web-Interface. Dieses gibt einen Überblick über alle verbundenen Geräte und ermöglicht die detaillierte Konfiguration aller Verbindungen. Hier kann man u. a. ein WLAN-Gastnetzwerk aktivieren, eines oder mehrere der WLAN-Netze deaktivieren, ein via USB angeschlossenes Speichermedium verwalten bzw. darauf befindliche Daten im Heimnetz freigeben, die Kindersicherung sowie einen Zeitplan aktivieren und vieles mehr. Ein Großteil der Einstellmöglichkeiten richtet sich an erfahrene Anwender, die das Netzwerk präzise auf ihre Bedürfnisse abstimmen möchten.

Im Praxiseinsatz konnte der AC5400 überzeugen. Während unserer Tests gab es keinen einzigen Verbindungsabbruch, Aussetzer oder Absturz. Dabei waren stets mehrere PCs, Tablets, Konsolen und Smartphones via LAN und WLAN mit dem Router verbunden. Bei einem Endgerät mit 3x3-WLAN-ac-Modul schaffte der Router rund 85 MB/s (680 Mbit/s). Solche Geräte sind jedoch bis auf ganz wenige teure Notebooks und einige externe Adapter kaum vorhanden. Die meisten Laptops und Smartphones haben 2x2-WLAN-ac-Module. Im selben Raum und aus unmittelbarer Nähe schaffte der AC5400 Übertragungsraten von bis zu 55 MB/s (440 Mbit/s). Selbst im am weitesten entfernten Zimmer und getrennt durch drei Wände war noch eine stabile Verbindung möglich. Hier wurden Übertragungsraten von 6 bis 7 MB/s (48 bis 56 Mbit/s) erzielt. Andere Router konnten diesen Teil der Wohnung teilweise gar nicht oder nur instabil mit WLAN versorgen, speziell im 5-GHz-Band. Abschließend haben wir eine SSD via USB 3.0 an den Router angeschlossen. Das Auslesen erfolgt mit rund 71 MB/s, das Beschreiben mit 50 MB/s (getestet über Gbit-LAN).

Fazit: Der AC5400 ist zwar ein rasend schneller Router – in der Praxis und als „Durchschnittsnutzer“ ist man von den theoretischen Datenraten aber weit entfernt. Die Frage, die man sich daher stellen muss, ist, ob man einen solchen High-End-Router überhaupt benötigt. Hier kommt es klar auf den eigenen Gerätefuhrpark und die Anforderungen an. Wer nur gelegentlich im Web surft und ein paar Smart-TV-Funktionen nutzt, kommt problemlos mit einem Einsteigergerät aus. Jene, die eine hohe Reichweite benötigen, viele schnelle WLAN-ac-Geräte im Heimnetzwerk betreiben und zwischen diesen regelmäßig größere Datenmengen hin- und herschieben, freuen sich hingegen über jede gewonnene Sekunde bzw. jedes zusätzliche Mbit. In solch einem Fall ist der TP-Link AC5400 eine hervorragende Wahl.

TP-Link Archer C5400

➜ WLAN-b/g/n/ac-Router, 4x Gbit-LAN
➜ Simultanes Triband mit drei Netzen
➜ Bis zu 1.000 Mbit/s auf 2,4 GHz und 2x bis zu 2.167 Mbit/s auf 5 GHz
➜ 1,4-GHz-Doppelkern-Prozessor, 2x USB
➜ 8 externe Antennen mit Beamforming
➜ 230 x 230 x 43 mm
➜ Preis: ca. € 285,–