Smarte Colgate-Zahnbürste im Test

Smarte Colgate-Zahnbürste im Test

Apple-Jünger haben leicht grinsen. Wird doch seit neuestem sogar eine smarte Zahnbürste im hauseigenen Store angeboten – und zwar exklusiv! Wir hatten die Gelegenheit, die Colgate Connect E1 Smart samt dazugehöriger App ausgiebig zu testen.

Mundhygiene-Gigant Colgate hat seine erste smarte Zahnbürste auf den Markt gebracht und vertreibt sie ausschließlich über den Apple Store. Wir zeigen, was die Connect E1 draufhat.

Die iBürste, wie ich unser Testgerät liebevoll nenne, kommt im Paket mit zwei Bürstenköpfen und einer Ladestation. Das aufs Minimum reduzierte Design mag zwar hip aussehen, doch wirkt die in Weiß gehaltene Kunststoff-Außenhaut alles andere als wertig. Außerdem vermisse ich die bei elektrischen Zahnbürsten üblichen gummierten Flächen, die für besseren Grip beim Zähneputzen sorgen.

„Luftgitarren-Zähneputzen“

Der erste Putzvorgang erfolgt „klassisch“ ohne App. Ich komme mit der Bürste überall gut hin, auch die Schwingungen des Bürstenkopfes empfinde ich nicht als unangenehm.

Nun aber ist smartes Zähneputzen angesagt. App starten und … ups, die kann nur Englisch. Macht nix. App mit der iBürste koppeln und gleich den vorgeschlagenen Smart Brushing Analyzer ausprobieren. Doch der zeigt beim Putzen nichts an. Erst als ich damit aufhöre, sehe ich in der App, wie viel Prozent meiner Zahnoberfläche ich wie lange geputzt habe. Aha, sehr interessant.

Neuer Versuch. Ich starte den virtuellen Coach+, der mit live instruiert, wie ich welche Zähne putzen soll. Während beim Oberkiefer alles perfekt läuft, wird der Unterkiefer von den Sensoren nicht wahrgenommen. Als ich die Bewegungen in der Luft wiederhole, klappt aber alles! Dieses „Luftgitarren-Bürsten“ wird wiederholt als echtes Zähneputzen interpretiert. Ob ich die Bürste zu stark andrücke, wird in der App nicht angezeigt. Die E1 hat also lediglich einen Lage-Sensor. Auch bietet die Bürste keine Putz- bzw. Intensitätsmodi – etwa für Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch. Somit dient die App rein dazu, zu dokumentieren, wie oft und wie lange man sich die Zähne putzt. Zwar gibt es noch ein Zahnputz-Spiel für Kinder und auch die Möglichkeit, seine Daten zu Studienzwecken an Colgate zu schicken, doch wird die Zahnbürste durch solche Features nicht wirklich besser.

Bei dieser enttäuschenden Performance ist der Verkaufspreis von knapp 100 Euro eine Zumutung – er passt jedoch ins Vertriebskonzept. Denn die Colgate Connect E1 Smart kann ausschließlich im Apple Store gekauft werden. Und will man dazu gleich Reservebürstenköpfe haben, heißt es „Bitte warten“: In Europa gibt es die nämlich noch nicht.<<

Fazit: An dieser Zahnbürste scheint nur der Antrieb „smart“ zu sein – und elektrische Bürsten gibt’s bereits ab 7 Euro! Im Vergleich mit intelligenten Produkten von Oral-B oder Philips ist die E1 leider nur ein armes Bürstchen. Nicht empfehlenswert.

Colgate Connect E1 Smart

➜ Elektrische Zahnbürste mit Schall-Vibrations-Technologie
➜ Akkulaufzeit: ca 10 Tage; Ladezeit (auf 100 %) rund 12 Stunden
➜ Ladestation mit 1,2-m-Kabel
➜ 2 Bürstenköpfe im Lieferumfang
➜ 23 x 2,5 cm (H/B), 70 g
➜ Preis: ca. € 99,95

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