Im Test: Kopfhörer-Hybrid Sennheiser Momentum

Im Test: Kopfhörer-Hybrid Sennheiser Momentum

Kopfhörer-Hybrid: Bügel-Hörer oder In-Ear, vielleicht sogar mit TrueWireless? Die Sennheiser Momentum In-Ear Wireless sind eine gelungene Mischung aus zwei mobilen Audiowelten.

Seit der Walkman in den 1980er-Jahren die Welt eroberte, prägen Bügel-Kopfhörer das Bild musikaffiner Menschen, die auch unterwegs nicht auf ihren ganz persönlichen Soundtrack verzichten wollen. In-Ear-Phones – hierzulande liebevoll Ohrstöpsel genannt – hatten lange Zeit den Ruf, ihren großen Geschwistern soundtechnisch nachzuhinken. Diese Zeiten sind weitgehend vorbei, selbst im Hochpreissegment weit jenseits der 200-Euro-Marke sind die mittlerweile technisch hochgezüchteten „Stöpsel“ alles andere als Exoten.

Mit den Momentum In-Ear Wireless des nicht zuletzt in audiophilen Kreisen hochgeschätzten deutschen Audio-Traditionalisten Sennheiser liegt nun eine Kopfhörer-Variante vor, die Anleihen sowohl aus der Welt der klassischen Bügel-Headphones als auch aus jener der im Ohr zu tragenden Earbuds nimmt. Basis ist zwar ein
in edles Leder gehüllter Bügel, der allerdings im Nacken getragen wird. An den Bügelenden befinden sich keine Hörmuscheln, sondern durch ein kurzes Kabel mit dem Bügel verbundene Buds, die direkt ins Ohr gesteckt werden. In den Bügel wurde eine 3-Knopf-Fernbedienung integriert, mit der man die Wiedergabe starten und stoppen, die Lautstärke regeln, zum nächsten oder vorherigen Titel springen und Anrufe annehmen kann. Die Bedienung ist intuitiv, die Knöpfe sind sehr gut ertastbar. Der Sound klingt nach einem echten Sennheiser: Hell und klar ertönen Hoch- und Mitteltöne, die Bässe allerdings dürften Tiefton-Fetischisten kaum überzeugen. Dafür sind andere da. Vielmehr wirkt der Sound durchwegs sehr homogen, was die Momentum In-Ear Wireless auch für die Wiedergabe klassischer Musik empfiehlt. Wesentlich ist jedenfalls, dass die Buds tief genug im Ohr sitzen, sonst wirkt der Klang dünn und blechern. Ein kleiner Wermutstropfen schmälert jedoch das Hörvergnügen des sonst soliden Sound-Bundles: Die Lautstärke fällt leider etwas zu gering aus. Zum Sich-mal-ordentlich-Wegblasen ist der Sennheiser-Hybrid schlicht und einfach zu leise.

Optik: schräg

Auch beim Telefonieren fällt die fehlende Volume-Power mitunter negativ auf: Befindet man sich etwa in lauter Umgebung wie auf einer befahrenen Straße, versteht man den Gesprächspartner am anderen Ende einfach nicht deutlich genug. Zur Übertragung in die andere Richtung gab es hingegen keine Beanstandungen. Auffällig ist der drahtlose Sennheiser allemal, seine Optik fällt schon beim Auspacken auf. Wirklich gewöhnungsbedürftig wird es allerdings, hat man sich die Buds erst einmal ins Ohr gesteckt, denn die ungewöhnliche Kabelführung erweckt den Eindruck, als würden dem Träger nahezu waagerecht Kabel aus den Ohren wachsen. Ob man das als störend empfindet oder nicht – die Momentum In-Ear Wireless ziehen jedenfalls neugierige Blicke auf sich.

Die Akkulaufzeit mag zwar mit rund zehn Stunden nicht im Spitzenfeld liegen, steht aber in einem gesunden Verhältnis zur Ladezeit von etwa 1,5 Stunden. Auch das Tragegefühl ist sehr angenehm, schon nach kurzer Zeit hat man den Bügel im Nacken vergessen. Weswegen die Mini-Sennheiser dort auch gerne verweilen dürfen, wenn man sie gerade nicht benutzt.

Fazit: Mit den Sennheiser Momentum In-Ear Wireless liegen solide drahtlose Kopfhörer vor, die mit ihrer Klang- und Gesprächsqualität durchaus überzeugen können und erfolgreich Elemente von On-/Over-Ear und In-Ear vereinen. Den durchwegs guten Eindruck trüben allerdings die etwas zu gering ausfallende Lautstärke und die unglücklich gewählte Kabelführung, die die eigentlich gute Geräte-Optik beeinträchtigt.

SENNHEISER MOMENTUM IN-EAR WIRELESS

➜ Bluetooth 4.1, NFC
➜ Bis zu 10 Stunden Laufzeit bei nur rund 1,5 Stunden Ladedauer
➜ Frequenzbereich: 15–22.000 Hz
➜ Adapterset mit Stöpseln in 4 Größen
➜ 3-Knopf-Fernbedienung
➜ Eingebautes Mikro für Telefonate
€ 177,–