Huawei Matebook im Test

Huawei Matebook im Test

Smartphones von Huawei sind weltweit bekannt und vielfach gelobt. Nun versucht sich der Hersteller in der Disziplin „Tablets“. Das brandneue MateBook ist ein 2-in-1-Gerät mit Windows 10 an Bord.

Der chinesische Elektronik-Riese Huawei ist bislang vor allem für Smartphones bekannt. Nun wagt sich das Unternehmen erstmals in den Bereich von 2-in-1-Tablets mit Windows-Betriebssystem. Mit dem MateBook kommt ein Modell auf den Markt, das im hochpreisigen Business-Segment angesiedelt ist. Das Gerät reiht sich in die Riege von Surface Pro 4 oder Samsung Galaxy TabPro S ein. Kann es der Neuling mit den Platzhirschen aufnehmen? E-MEDIA hat das MateBook getestet.

Das Detachable hat eine Bildschirmdiagonale von 12 Zoll und eine Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln. Das Display ist im 3:2-Format ausgeführt. Somit lassen sich Dokumente und Textdateien auch im Hochformat noch angenehm lesen. Der Tabletteil bringt 640 Gramm auf die Waage, was angesichts der Größe ein passabler Wert ist.

Optisch sticht gleich einmal das sehr gut verarbeitete Aluminium-Gehäuse ins Auge, das nur knapp 7 Millimeter dick ist. An der Oberseite befinden sich zwei Stereo-Lautsprecher, links ein Kopfhörereingang und rechts die Laustärkenregler sowie ein einzelner USB-C-Anschluss, über den das Gerät auch geladen wird. Das war es dann auch schon mit Anschlüssen – wer mehr braucht, muss einen Adapter extra kaufen.

Als besonderes Feature hat das MateBook jedoch einen Fingerprint-Sensor eingebaut. Dieser befindet sich zwischen den Lautstärketasten und funktioniert ausgezeichnet – nahezu in jeder Position. Anstatt PIN oder Passwort eingeben zu müssen, reicht es, den Finger kurz auf den Sensor zu legen. Natürlich können mehrere Fingerabdrücke eingespeichert werden. Auch aus dem Ruhezustand bekommt man das Gerät mit einer einfachen Berührung aufgeweckt.

Werfen wir einen Blick auf die technische Ausstattung. In unserem Testgerät kommen ein lüfterloser Core-m5-6Y54-Chip sowie 8 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Die SSD bietet Platz für 256 GB Daten. Prinzipiell ist das ausreichend für ein Arbeitsgerät – dennoch ist es schade, dass auf den Einbau eines SD-Slots verzichtet wurde.

In den Benchmark-Tests präsentiert sich das MateBook wie erwartet. Es liefert eine anständige Performance ab, grafische Höchstleistungen darf man jedoch nicht erwarten. Kurz gesagt: Es ist ein gut ausgestattetes Büro-Notebook. Nichts zu meckern gibt es am Bildschirm. Das Display ist blickwinkelstabil, kontrastreich und hell. Selbst bei viel Umgebungslicht lassen sich die Inhalte immer noch gut ablesen.

Einen Kritikpunkt an der Anzeige gibt es dennoch – der liegt aber nicht am Screen selbst, sondern am mitgelieferten Tastatur-Cover. Das erlaubt nur zwei Aufstellpositionen und ist nicht stufenlos verstellbar. Da gibt es bei der Konkurrenz schon bessere Lösungen. Generell eignet sich das MateBook nicht, um es auf dem Schoß zu platzieren und so unterwegs zu arbeiten. Der Tabletteil ist zwar durch Magnete fest mit der Tastatur verbunden, allerdings ist die gesamte Konstruktion instabil – ein Problem, das von sehr vielen 2-in-1-Tablets mit andockbarem Keyboard bekannt ist.

Die Tastatur selbst kann jedoch wieder überzeugen. Ihre Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und das unterhalb angebrachte Touchpad funktioniert ebenfalls sehr präzise. Eine alternative Eingabeoption hält Huawei mit dem MatePen bereit. Dieser ist optional erhältlich und hat einen Laserpointer integriert – im Geschäftsleben ein cleveres Zusatzfeature. Unverständlich: Zum Aufladen des Pens wird ein Micro-USB-Stecker statt USB-C benötigt.

Fazit: Mit dem MateBook ist Huawei ein recht guter Wurf gelungen. Es sieht schick aus und bietet angemessene Leistung. Einzig die Aufstelloptionen im Laptop-Mode wären verbesserungswürdig.

Huawei Matebook

➜ Display: 12", 2.160 x 1.440
➜ Intel Core m5-6Y54, 1,1 GHz
➜ 8 GB RAM, 256 GB SSD
➜ USB-C, Fingerprint, WLAN ac
➜ 27,9 x 19,4 x 0,7 cm, 0,64 kg
➜ Preis: € 1.155,– (electronic4you)