Gigaset GS160 im Test

Gigaset GS160 im Test

Unerwartetes Comeback. Nach dem Start ins Smartphone-Geschäft mit der hochpreisigen ME-Reihe 2015 probiert Gigaset sich jetzt im Einstiegssegment. Das GS160 bietet einige spannende Features, die in der – preislich gesehen – unteren Smartphone-Liga nicht alltäglich sind. Dazu zählen etwa der Fingerabdruckscanner, zwei SIM-Karten-Slots und die potente Kamera. Über Schwächen wie die geringe Displayauflösung und den Mini-Arbeitsspeicher können die Extras aber nur bedingt hinwegtäuschen, wie E-MEDIA im Test festgestellt hat.

Vielen ist Gigaset als ehemalige Festnetzsparte des Siemens-Konzerns bekannt. Vor knapp zwei Jahren ist der mittlerweile eigenständige Schnurlostelefonhersteller ins Smartphone-Geschäft eingestiegen. Die eher hochpreisigen Geräte der ME-Reihe überzeugten mit einer gewissen Ausstattungsvielfalt und einem schicken Design. Mit dem Gigaset GS160 will das Unternehmen jetzt das Einstiegssegment erobern. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 149 Euro ist die Erwartungshaltung an das Handy natürlich nicht allzu hoch – und auf den ersten Blick kann das GS160 durchaus überzeugen.

Das Gerät ist ansehnlich designt. Gigaset setzt beim GS160 auf ein Kunststoffgehäuse mit abgerundeten Kanten. Das Smartphone ist mit 139 Gramm angenehm leicht und liegt gut in der Hand. Eine Überraschung ist der Fingerabdrucksensor – in der Preisklasse eine Seltenheit –, der gut erreichbar für den Zeigefinger unter der Kamera auf der Rückseite positioniert ist. Neben einer Buchse für die Kopfhörer gibt es einen Micro-USB-Anschluss, über den das Gerät geladen werden kann. Die Lautstärkewippe und der Ein-und-Aus-Schalter machen einen wertigen Eindruck und sind gut bedienbar.

Nach einem langwierigen Update-Prozess zu Beginn ist das 5-Zoll-Display die erste kleine Enttäuschung, die der GS160-Nutzer hinnehmen muss. Der Bildschirm löst in HD-Qualität auf (1.280 x 720 Pixel). Die Farben wirken etwas zu grell, die Schrift lässt sich aber gut lesen. Die Bedienung geht relativ flüssig vonstatten, größere Verzögerungen sind nicht festzustellen.

Auch die Hauptkamera kommt nicht besonders gut weg. Die bietet zwar eine Auflösung von 13 Megapixeln (Blende: F2.2), schießt aber Fotos, bei denen deutliches Rauschen zu erkennen ist. Da gibt es bei der Konkurrenz, selbst im unteren Preissegment, bessere Kameras. Für Schnappschüsse reicht es aber. Die Frontkamera für Selfies und Videotelefonate (5 Megapixel) bekommt das Prädikat befriedigend. Mindestens einen Punkt Abzug gibt es für den wenig flotten Prozessor, der nur einen Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung hat. Die Nachteile in puncto Performance zeigen sich bei der Aufnahme von Fotos, wenn das Auslösen einige Zeit dauert, aber vor allem dann, wenn viele Apps geöffnet sind. Für einfache Spiele reicht die Power des Gerätes aber aus.

Der mit 2.500 mAh ausreichend bemessene Akku hielt im Test bei normaler Nutzung eineinhalb Tage durch. Ebenfalls gut: Der Akku ist austauschbar – leider keine Selbstverständlichkeit. Zu den weiteren Pluspunkten zählen der per micro-SD-Karte um bis zu 128 GB erweiterbare Speicher sowie die zwei zusätzlichen SIM-Karten-Slots.

Fazit: Unterm Strich ist das GS160 als Zweithandy oder für Einsteiger durchaus empfehlenswert. Der Fingerabdruckscanner funktioniert sehr gut. Kleine Gimmicks wie die Möglichkeit, per Scanner Anrufe zu tätigen und Fotos aufzunehmen sowie das Öffnen von Apps durch das Zeichnen von Buchstaben auf dem Display stärken den Gesamteindruck. Es gibt aber für einen geringen Aufpreis bessere Alternativen, wie etwa das Honor 5C.

Gigaset GS160

➜ Display: 5", 1.280 x 720 Pixel (HD), 294 ppi, Multi-Point-Touchscreen
➜ Prozessor: MediaTek Quad-Core (1,3 GHz), 1 GB RAM, 16 GB Speicher
➜ Kameras: 13 Mpx (Blende: F2.2), 5 Mpx
➜ Fingerprintsensor, Dual-SIM, microSD-Slot
➜ Maße: 144 x 72,3 x 9,5 Gewicht: 139 g
➜ Preis: ca. € 140,–