DeLonghi Multifry FH1173/2

DeLonghi Multifry FH1173/2

Ein Kocherlebnis der anderen Art: Der DeLonghi Multifry vereint Heißluftfritteuse und Multicooker in einem relativ kompakten Küchengerät. Angepriesen werden Rezeptvielfalt und die Möglichkeit, Speisen mit minimaler oder ohne Ölzugabe zuzubereiten. Unnötiger Luxus oder praktischer Küchenhelfer?

Es ist Sonntagnachmittag und ich habe im Sinne des authentischen Testerlebnisses ein paar hungrige Freunde zusammengetrommelt, um dem Küchengerät DeLonghi Multifry auf den Zahn zu fühlen.

Einmal ausgepackt, wird als einzige Vorbereitung der herausnehmbare Behälter samt Rührelement mit Wasser abgespült. Die erste Reaktion der Gäste ist skeptisch: „Das nimmt schon viel Platz weg, was genau soll mir das jetzt erleichtern?“ Auf in die Praxis.

Garen, Braten, Frittieren

Eine Auswahl an Rezepten haben wir uns aus der zugehörigen kostenlosen App zusammengesucht. Dort wird zunächst das entsprechende DeLonghi-Gerät ausgewählt, dann gibt es Rezeptvorschläge, geordnet nach Gängen, Essensvorlieben und Unverträglichkeiten. Unser Modell FH1173/2 ist offensichtlich zu neu und wird noch nicht gelistet, daher wurden Rezeptvorschläge vom Vorgänger genommen.

Als erstes Gericht steht Couscous mit Gemüse auf dem Plan. Mithilfe des kleinen beiliegenden Messbechers wird zuerst Öl in den Behälter gegeben. Bei rund 1,5 kg Gemüse sind das lediglich zwei Esslöffel. Zuerst sollen Knoblauch und Zwiebel angeröstet werden.
„Kann das so schnell heiß werden?“, fragt sich die Gruppe. Ja, es kann, ein Vorheizen erspart man sich beim Multifry – im Gegensatz zu Backrohr oder Pfanne. Die beiden Heizelemente, welche unter dem Kochbehälter sowie im Deckel versteckt sind, nehmen ohne Umwege ihren Dienst auf.

Beim ersten Startversuch des Garvorgangs herrscht zunächst Verwirrung, denn der digitale Timer ist per Default auf den Wert 0:30 eingestellt. Dass damit 30 Minuten gemeint sind und nicht 30 Sekunden, ist nach kurzem Herumprobieren klar.
Die nächste halbe Stunde lehnen wir uns in der Wohnküche gemütlich zurück; fast würde das Gerät in Vergessenheit geraten, wäre da nicht das etwas aufdringliche Geräusch des Heißluftgebläses. Wohl ein Küchenhelfer, den man eher im Nebenzimmer arbeiten lässt, findet die Tester-Gruppe.

Laut Rezept ist ein Umrühren zwischendurch nicht nötig. Wir tun es trotzdem – kann der Deckel im laufenden Betrieb doch problemlos zu diesem Zweck geöffnet werden. Etwas störend ist, dass der Deckel dabei stark nach oben nachschwingt und der ganze Behälter dadurch leicht wackelt.Nach abgelaufener Garzeit reißt uns ein – wohl zu Recht – nerviges Piepsen aus dem entspannten Gespräch. Das Ergebnis macht glücklich, denn das Gemüse ist schmackhaft und kein bisschen zerkocht.

Der Couscous zu unserem Gemüse muss separat am Herd zubereitet werden. Das wirft Fragen auf: Braucht man eine solche Fritteuse, wenn Backrohr und Herd vorhanden sind? Die Hobbyköche sind skeptisch. „Was das Ding kann, kann ich doch auch selber machen“, ist der Tenor zunächst. Als wir dann zusammensitzen, während der Multifry für uns brät und gart, wird aber auch deutlich: Aufsicht braucht das Gerät im Gegensatz zur Pfanne voller Öl nicht. Da bleibt Zeit, um nebenbei andere Dinge zu erledigen, oder eben auch für ein Gläschen Wein.

Fettärmer genießen

Für leidenschaftliche Köche ist das Kombigerät demnach kaum ein Zugewinn, für pragmatische Fans von Tiefkühlkost jedoch sehr wohl. Besonders positiv schneiden nämlich die Tiefkühlgerichte ab, die im Multifry auch ohne Zugabe von Öl gebraten werden: Garnelen und Chicken Nuggets sind angenehm fettarm und werden auch knusprig, allerdings brauchen sie einige Minuten länger als im Rezept angegeben.

Auch Erdäpfelspalten werden, diesmal dank Einsatz des automatischen Rührelements, rundherum goldgelb und gut durch. Im direkten Vergleich zur Backrohr-Variante, welche wir dem Test zuliebe parallel zubereiten, scheiden sich bei meinen Essensgästen beim Endprodukt aber die Geister. Was schmeckt nun besser? Wir beschließen: Das ist Geschmackssache. Allerdings gestehen wir auch diesem Gericht im Multifry mehr Zeit zu als in der App angegeben, was durch den Wegfall der Vorheizzeit wieder ausgeglichen wird.

Die Rezepte-App gerät bald in Vergessenheit: Sie gibt zwar Inspirationen und die Kategorien sind ein guter Ansatz, die Funktionalität lässt aber ziemlich zu wünschen übrig. In Kochanleitungen muss immer wieder mühsam nach unten gescrollt werden, sobald zwischendurch auf die Zutatenliste gewechselt wird. Bei manchen Rezepten fehlt Letztere komplett. Auf Nachfrage hat der Hersteller ein baldiges Update, auch für die Anwendung mit der neuesten Multifry-Version, zugesichert.

Zum Schluss, als wir aus Spaß Lachsstückchen, Obst und Schokoriegel in Teig tauchen und frittieren, hat sich die anfängliche Skepsis gelegt. Eine Zeitersparnis bei der Zubereitung hat man insgesamt wohl nicht: Alles, was knusprig werden soll, braucht seine Zeit. Auf jeden Fall bekommt man aber wesentlich fettärmere Speisen heraus.

Fazit: Der Multifry ist kein Muss in der Küche – allerdings ist er eine bequeme und vor allem gesündere Alternative zu Backrohr und Fritteuse. Denn während der Küchenhelfer bei minimaler Öl-Zugabe selbstständig bäckt, brät, gart oder frittiert, kann man sich anderen schönen Dingen widmen.

DeLonghi Multifry FH1173/2

➜ 1.600-Watt-Heißluftfritteuse mit 4-stufiger Temperaturregelung
➜ Fassungsvermögen: ca 1,5 kg
➜ Automatische Abschaltfunktion
➜ 37 x 30,8 x 45,5 cm, 6,5 kg
➜ Preis: ca € 250,-