Unfall-Hot-Spots mit Software ermittelbar: Straßenzustand, Kurvenradius & Griffigkeit

Mit einer innovativen Verkehrssicherheitssoftware spüren Wissenschafter von Arsenal Research Hot Spots in Sachen Verkehrsunfälle auf. Erstmals werden mittels des Computerprogramms "MARVin" auch Daten über die Griffigkeit, Spurrinnentiefe und Kurvenradien erfasst, erklärte dazu Peter Saleh vom Geschäftsfeld Verkehrswege.

Über das Vermessungsfahrzeug "RoadSTAR" erheben die Arsenal-Experten seit den 1990er Jahren automatisch den Zustand von Straßen. Über MARVin werden diese Daten nun mit der österreichischen Unfalldatenbank verknüpft. Bisher wurden 23.000 Kilometer verarbeitet. Darunter sind alle Autobahnen und deren Rampen, 10.000 Kilometer Landstraße, der Rest Landstraße.

Gefährliche Abschnitte für Biker
In einem ersten Auswertungsprojekt ist es den Wissenschaftern gelungen, gefährliche Straßenabschnitte für Motorradfahrer auszuweisen. Schlechter Grip sowie enge und hängende Kurven sind für die Zweiradfahrer besonders bedenklich, vor allem, wenn auch noch Straßenschäden dazu kommen. Im Rahmen eines EU-weiten Forschungsprojekts soll die Sache jetzt weiter ausgeführt werden und weitere bedenkliche Kombinationen ausgeforscht werden.

Ergebnisse bei Planung einarbeiten
Die Ergebnisse sollen nicht zuletzt bei der Planung von neuen Straßen eingesetzt werden. So können bestimmte gefährliche Kombinationen von vornherein vermieden werden, was eine spätere, teure Sanierung erspart. Ziel ist es, die Zahl der jährlich 40.000 Verkehrsunfälle mit Personenschaden zu senken. (APA/red)