Raubkopien als Basis für die rumänische IT:
Präsident bedankt sich offiziell bei Microsoft

Eine dezente Schlappe im Kampf gegen die Software-Piraterie musste ausgerechnet Microsoft bei einem Besuch in Rumänien hinnehmen. Nachdem Bill Gates höchstpersönlich nach Bukarest gereist war, um an der Eröffnung eines Microsoft Technik-Centers teilzunehmen, dankte der rumänische Präsident Traian Basescu in seiner Ansprache Microsoft hochoffiziell dafür, dass Windows-Raubkopien der rosige Beginn der rumänischen IT-Industrie gewesen seien.

"Raubkopien halfen unserer jungen Generation, die Möglichkeiten des Computers zu entdecken. Sie brachten die Entwicklung der rumänischen IT-Industrie erst auf den Weg", so das Staatsoberhaupt. "Raubkopien halfen den Rumänen dabei, ihr kreatives Potenzial in die IT-Industrie einzubringen", fuhr er unbeirrt fort, wie das IT-Portal theinquirer.net berichtete. "Sie waren eine Investition in die Freundschaft Rumäniens mit Microsoft und Bill Gates."

Alles andere als "schlüsselfertig"
Dass Aushängeschild und Vordenker Gates auf diese "Laudatio" recht verhalten reagierte dürfte außerhalb von Rumänien niemanden verwundern. Erst mit dem neulich erschienenen Betriebssystem Windows Vista hat Microsoft im Vergleich zu XP seinen Anti-Piraterie-Kurs erheblich zugespitzt.

Das geht sogar soweit, dass der Lizenzschlüssel für Vista Ungültigkeit erlangen kann, sobald der Austausch größerer Hardware-Komponenten vonnöten ist. Vista-Lizenzen sind schließlich nicht auf andere Rechner übertragbar. Auch wenn der rumänische Präsident dies für sein Volk gerne gesehen hätte. (red)