Podcast-Boom in Wartestellung: Explosion nach Klärung der Musikrechte erwartet

Die ungeheure Popularität der Online-Tagebücher, der so genannten Blogs, mit denen jedermann sein eigenes Nachrichtenforum betreiben kann, erwischte die etablierten Medien noch eiskalt. Die Industrie versucht jetzt zu verhindern, dass ihr das noch einmal bei den Podcasts passiert, mit denen praktisch jeder zum eigenen Rundfunksender werden kann.

Podcasts sind Tondateien, die über das Internet verbreitet werden und auch abonniert werden können. Inzwischen bietet in den USA fast jedes Medienunternehmen Podcasts an, von Disney über Newsweek bis zum öffentlich-rechtlichen National Public Radio (NPR). Auch in Österreich offeriert etwa Ö3 bereits Podcasts. Apple integrierte die Suche danach im Internet in sein Programm iTunes.

Die Podcasts erfreuen sich zwar wachsender Beliebtheit, Geld verdienen kann man damit aber bisher kaum. Das könnte sich in Zukunft ändern, vor allem für denjenigen, der sich als erste Anlaufstelle für die Suche nach Podcasts etabliert. Hier winken dann interessante Verträge mit Inhalteanbietern und der Werbung.

Podcasts selten mit Musik
Eine noch schnellere Verbreitung von Podcasts wird derzeit noch dadurch verhindert, dass es sich meist um Wortbeiträge handelt. Musik findet sich selten, was vor allem mit der schwierigen Lizenzpolitik zusammenhängt. Experten erwarten eine Explosion der Podcasts, sollte sich ein Weg finden, Musik legal in die Tondateien zu integrieren und eine Bezahlung der Musiker zu garantieren.

Dessen ungeachtet hat der Kampf um den Platz im Rampenlicht der Podcast-Suche schon begonnen. Mit dabei ist auch Evan Williams, einer der Mitgründer von Blogger.com, der seine Anteile vor drei Jahren an Google verkaufte und der jetzt mit diesem Geld hinter Odeo.com steht. Hier werden Podcasts nach Themenbereichen sortiert, wobei von Kunst über Politik bis Sex und Technik alles dabei ist. Noch ist zwar nicht ganz klar, wie Geld verdient werden soll, aber Williams ist zuversichtlich: "Wenn das Publikum groß genug ist, dann kommt auch das Geld." (apa)