Erster Ausländer an der Spitze von Sony: Stringer will Marktanteilsverluste stoppen

Die Aktionäre des japanischen Sony-Konzerns haben auf der Hauptversammlung den aus Großbritannien stammenden Manager Howard Stringer zum neuen Chef gewählt. Damit steht erstmals ein Ausländer an der Spitze des vor 59 Jahren gegründeten Medien- und Elektronikriesen. Vor den Aktionären betonte Stringer in Tokio, er wolle Sony weltweit wieder den Ruf verschaffen, den das Unternehmen verdiene. Ziel des "Walkman"-Erfinders müsse es wieder sein, "Traumprodukte" herzustellen.

Stringer wird Nachfolger von Nobuyuki Idei. Idei musste den Aktionären erklären, warum der Konzern seine Renditeziele, zehn Prozent des Umsatzes als Gewinn auszuweisen, in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreichen wird. Seiner Meinung lag ein Teil der Probleme zuletzt an "drastischen Veränderungen im wirtschaftlichen Gesamtumfeld", die das Management nicht direkt beeinflussen könne.

Starke Einbrüche
Der Konzern, der lange Jahre bei Elektronikprodukten weltweit Spitze war, hatte zuletzt starke Einbrüche beim Verkauf von Audio-Abspielgeräten und Fernsehern hinnehmen müssen. Grund ist unter anderem ein harter Preiskampf durch wachsende Konkurrenz aus anderen asiatischen Ländern wie China. Gleichzeitig reagierte Sony zu langsam auf innovative Produkte von Konkurrenten wie den Musikspieler iPod von Apple oder große LCD-Fernseher von Sharp.

"Sir Howard"
Der neue Chef, der 63-jährige Brite Stringer, hatte seit 1997 die US-Tochter von Sony geleitet und war zuvor Chef von CBS News. Er wurde in Wales geboren, besitzt aber die US-Staatsbürgerschaft. Seit einem Ritterschlag durch Queen Elisabeth II. wird er im Konzern "Sir Howard" genannt. (apa)