Wikipedia nur kurz für Chinesen nutzbar:
Enzyklopädie wieder von Regierung gesperrt

Die chinesische Regierung hat nach anfänglicher Freigabe von Wikipedia die Enzyklopädie erneut gesperrt. China hatte zuvor nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen die Zensur der Internet-Enzyklopädie Wikipedia gelockert. Chinesische Nutzer konnten seit Oktober 2005 gar nicht auf das Nachschlagewerk im Internet zugreifen und dürften dies nach kurzer Lockerung wieder nicht.

China blockt routinemäßig Internetseiten, deren Inhalt es für subversiv hält. Warum die Zensur von Wikipedia gelockert und auf einmal wieder gesperrt wurde, bleibt unklar. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, sie wisse nichts von einer neuen Regelung. Sie fügte hinzu, China unterstütze die Entwicklung des Internets und sei mit 123 Millionen Nutzern inzwischen der zweitgrößte Internetmarkt. "Wir regeln das Internet entsprechend unserer Regeln und Gesetze. Das ist die übliche Praxis aller Länder", sagte die Sprecherin.

Westliche Internetfirmen essenziell
Reporter ohne Grenzen hatte westlichen Unternehmen zuvor vorgeworfen, sie unterstützten die chinesische Zensur, um in China Geschäfte machen zu können. "Die chinesische Regierung ist pragmatisch und und will nicht auf ausländische Internetfirmen verzichten", teilte Reporter ohne Grenzen mit. Das verschaffe den Unternehmen Verhandlungsspielraum - offensichtlich ist dieser jedoch kleiner als angenommen. (apa/red)