Weihnachtszeit ist ebenso Phishing-Zeit:
Experten raten zu sachten Online-Einkäufen

Angesichts des derzeit boomenden Online-Weihnachtsgeschäfts warnen Sicherheitsexperten vor allzu sorglosem Umgang mit sensiblen Daten und vermeintlichen Schnäppchen-Angeboten dubioser Anbieter. "Bevor man die Kreditkartennummer weitergibt und eine Transaktion durchführen lässt, sollte man prüfen, ob es sich bei dem ausgewählten Online-Shop auch tatsächlich um einen seriösen Anbieter handelt", warnt Christoph Hardy vom Security-Anbieter Sophos.

"Selbst weniger versierte Internet-Anbieter können relativ leicht überprüfen, ob die Daten des Anbieters valide sind. Seriöse Händler warten meist mit einer Adresse und Kontaktmöglichkeiten auf, die man bei Fragen oder Zweifel in Anspruch nehmen soll", so Hardy. Als weiterer Tipp zum Aufspüren von kriminellen Phishing-Seiten, die zum Klau von Kreditkartendaten eingesetzt werden, gilt zudem die Überprüfung, ob der auf der Seite angegebene Link tatsächlich zur erwarteten Webdomain führt. Dies wiederum lässt sich vorab abklären, wenn man mit dem Mauszeiger über den entsprechenden Link fährt und in der unteren Browserleiste die Zieladresse unter die Lupe nimmt. In diesem Zusammenhang warnt Sophos auch vor gefälschten Spendenaufrufen über Phishing-Mails, die gerade jetzt in der Weihnachtszeit ihr Unwesen treiben.

80% der Schädlinge können "lesen"
Einig sind sich die Experten, dass eine aktuelle und umfassende Sicherheitslösung die Voraussetzung für sicheres Online-Shopping ist. "Man muss sich einfach vor Augen halten, dass mittlerweile 80 Prozent der Top-50-Schadprogramme in der Lage sind, Daten wie Kennwörter und Kontodaten auszulesen", erklärt Patrick Heinen, Internet-Sicherheitsexperte bei Symantec. Heinen zufolge ist es mit einer Antiviren-Lösung allein heutzutage nicht mehr getan. So sei neben einem Anti-Phishing-Schutz auch eine funktionstüchtige Firewall für das Absichern des eigenen PCs und der Internetverbindung unverzichtbar. "Am einfachsten ist es sicher, ein Komplett-Sicherheitspaket, das eine Reihe von Schutzfunktionen beinhaltet, zu erwerben", so Heinen.

MP3-Player im Visier der Malware-Fahnder
Zur besonderen Vorsicht mahnen die Security-Anbieter auch bei der im Weihnachtsgeschäft sehr beliebten Produktkategorie MP3-Player. Durch ihre mobilen Einsatzmöglichkeiten und ihre Speicherressourcen stellen sie ein zunehmendes Sicherheitsrisiko für andere Geräte wie Desktop-PCs und Notebooks dar. Die Experten raten daher, bei Inbetriebnahme eines Players diesen mittels Antiviren-Software auf etwaige Malware zu überprüfen. Das Thema virenverseuchte MP3-Player hat in diesem Jahr schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. So brachten mit McDonalds und Apple gleich zwei namhafte Hersteller fabriksneue Geräte in Umlauf, die mit Malware befallen waren. (pte/red)