Verlage rüsten nun gegen Suchmaschinen:
Webfilter schützt Zeitungen vor Yahoo & Co

Die Zeitungsverlage rüsten sich gegen den unliebsamen Zugriff von Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Microsoft, die zum Missfallen der Verleger Zeitungsmeldungen im Internet sammeln und aufbereiten. Der Vorsitzende des Weltzeitungsverbandes (WAN), Gavin O'Reilly, hat daher im Rahmen der Frankfurter Buchmesse ein System namens ACAP ("Automated Content Access Protocol") vorgestellt, das Suchsoftware von Anbietern wie Google, Yahoo oder Microsoft automatisch Anweisungen gibt, ob und wie Inhalte verwendet werden dürfen.

Ziel des Systems ist es, die Zusammenarbeit zwischen Internetveröffentlichern und Suchmaschinenbetreibern auf eine unternehmerische Grundlage zu stellen und damit sämtliche rechtliche Konflikte zu beseitigen. Bisher endeten diesbezügliche Streitigkeiten zwischen Inhalteanbietern wie Zeitungsverlagen oder Nachrichtenagenturen und Suchmaschinen oft mit Urheberrechtsklagen vor Gericht. Mit ACAP (http://www.the-acap.org) kann der Zugriff von Google und Co. auf die Inhalte der Anbieter unter von den Betreibern exakt definierten Bedingungen erfolgen.

Die WAN-Initiative wird auch vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) mitgetragen, bestätigte VÖZ-Präsident Horst Pirker. Die Anwendung dieses "Google-Filters", der ja nicht nur Vorteile für die Contentprovider hat, werde aber sicher in der Autonomie der einzelnen Mitglieder bleiben müssen, fügt er hinzu. "Wir werden das Thema allerdings im Sinne einer gemeinsamen Meinungsbildung in der nächsten Präsidiums- beziehungsweise Vorstandssitzung auf der Agenda haben." (APA/red)