Schnullerträger erobern das Internet: Zahl der Kleinkinder im Web nimmt deutlich zu

Während sich Eltern in der Vergangenheit vor allem Sorgen machten, dass ihre Kinder zu viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, so hat sich diese Angst mittlerweile auf den Computer ausgeweitet. Schockierend ist hierbei vor allem, dass bereits Kleinkinder online immer aktiver werden. Kinder haben zu digitalen Medien einen besseren Zugang denn je. In Folge verbringen sie damit bedeutend mehr Zeit als jemals zuvor, wie das Medienpädagogik-Forschungszentrum The Cooney Center aufzeigt. Unter den Kleinsten kann mehr als ein Fünftel schon mit einem Alter von maximal fünf Jahren eine Aktivität im Internet vorweisen. Über 80 Prozent der Nachwuchs-User sind dabei pro Woche zumindest einmal online.

Drei bis vier Stunden verbringen Kleinkinder täglich vor dem Fernseher. Damit dominiert dieser zwar noch die Medienwelt der Kleinkinder, das Internet gewinnt beim Nutzerverhalten der Jüngsten jedoch laufend an Bedeutung. Über 80 Prozent der Kleinstkinder werden schon in einem Alter zwischen null und 24 Monaten ungefragt ins digitale Leben geboren. Danach sind sie nach Angaben des Cooney Centers online immer aktiver unterwegs.

Ein großer Teil der Kinder zeigt beim Fernsehen schon in jungen Jahren Multitasking-Fähigkeiten. Den Marktforschern bei Nielsen zufolge nutzt mehr als ein Drittel der Zwei- bis Elfjährigen Internet und TV gleichzeitig. Von Medien wie Online-Videos oder der Video-Chat-Kommunikation etwa via Skype lassen sich laut Cooney Center schon die Jüngsten unterhalten.

Der Zugang zu digitalen Technologien ist jedoch nicht allen Kids gleichermaßen möglich und häufig von der Einkommenssituation innerhalb der Familie abhängig. Eine digitale Spaltung findet somit bereits am Beginn vom Medienleben des Nachwuchses statt. Dabei ist nach Einschätzung des Centers schon der frühe Umgang mit neuen Medien und Technologien - etwa im mobilen Bereich - für die Entwicklung der Kinder wichtig. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn ein Ausgleich zwischen Unterhaltung, Information und Erziehung sowie physischer Aktivität geschaffen wird.

(pte/red)