Politik müllt Postkasten zu: Australischer Ministerpräsident unter Spam-Verdacht

Der Ministerpräsident Australiens, John Howard, soll eine politische Spam-Kampagne gestartet haben. Um die technische Umsetzung kümmerte sich die Firma seines Sohnes. Erst im April hat die Regierung das Versenden von unerwünschten Werbe-Mails verboten. Ausnahmen gibt es für politische Parteien und religiöse Wohltätigkeitsorganisationen.

Der Ministerpräsident habe zwar nicht gegen den Buchstaben des Gesetzes, wohl aber gegen dessen Geist verstoßen, erklärte die Techniksprecherin der oppositionellen Labour-Partei, Kate Lundy. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen, wenn Howard aus politischen Gründen die Öffentlichkeit mit Spam behellige. "Er benutzt die Ressourcen anderer Leute und verstopft das Internet", erklärte auch Troy Rollo, der dem konservativen Regierungschef bei der Wahl am 9. Oktober den Parlamentssitz streitig machen will.

Spam bezeichnet im ursprünglichen Sinne exzessiv häufig wiederholte Artikel in den Newsgroups des Usenet, die substanziell gleich sind oder für dieselbe Dienstleistung werben. Der Begriff Spam wird aber mittlerweile auch für "UBE" (Unsolicited Bulk Email), also unverlangte Massen-E-Mails verwendet.

Der Begriff entstammt einem Sketch der englischen Comedyserie Monty Python's Flying Circus. In einem Restaurant besteht die Speisekarte ausschließlich aus Gerichten, die Spam (Dosenfleisch) enthalten. Ein Kunde fragt nach einem Gericht ohne Spam, woraufhin die Kellnerin immer wieder die Karte mit den Spam-Gerichten vorliest, ein Wikinger-Chor fällt mit einem Loblied auf Spam ein, bis das Spam-Gekreische jede Unterhaltung erstickt. (apa/red)