Outdoor-Einsatz für das Internet: Wie drahtlos Surfen geht und was es kostet

Golfclub Schönfeld, 21 Kilometer östlich von Wien. Während auf schönstem Grün die Bälle fliegen, surft Vorstand Manfred Hausammann im Club-Restaurant über den Datenhighway. Ohne Kabelwirrwarr, ohne Steckdose. Hinsetzen, Notebook aufklappen, lossurfen. Drahtlos eben.

Seit drei Jahren bietet der Golfclub vor den Toren Wiens seinen Mitgliedern Wireless Lan, also bequemes Breitbandnetz per Funk. Für 2,30 Euro gibt's eine Hotspot-Karte, damit kann man eine Stunde surfen. Hausammann: "Unsere Gäste können so neben dem Golfen ihre Businessmails checken oder sich im Web auf den neuesten Stand bringen." Nach anfänglichen Akzeptanzschwierigkeiten ("Wir dachten schon, die meisten Golfer seien zu alt für diesen modernen Service") ortet Hausammann jetzt eine neue WLAN-Begeisterung: "Der Golfsport verjüngt sich - und wir liefern den Youngsters Service durch Internet."

17,63 Millionen WLAN-Surfer
WLAN - das ist kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit. Weltweit gehen laut Erhebungen des Marktforschungsinstitutes Datamonitor derzeit schon 17,63 Millionen Menschen regelmäßig über die bestehenden 108.630 Hotspots ins Netz. Bis 2006, so die Prognose, sollen es 23,3 Millionen User und 135.000 Hotspots sein. Krishna Rao von Datamonitor: "In Europa gibt es bereits knapp über 30.000 Hotspots - und über den Sommer, wo alle schnell mal Fotos oder Urlaubsgrüße online verschicken, werden sie sicher noch weiter ausgebaut." Allein 1.296 dieser öffentlichen Surfstationen listet der Online-Hotspot-Finder www.hotspot-locations.com derzeit in Österreich.

In den Kinderschuhen
Für die meisten Anbieter ist WLAN zwar ein gutes Geschäft. Jedoch eines, das punkto Kundenakzeptanz noch in den Kinderschuhen steckt. Laut Studie der Integral Marktforschung nutzen zwar bereits 200.000 Österreicher WLAN daheim oder im Job. Aber "nur" 100.000 gehen auch unterwegs via Public WLAN ins Web. Integral-Geschäftsführer Bertram Barth: "Es herrscht noch Zurückhaltung, und vorerst sind keine starken Zuwächse zu erwarten."

Datenkarten
Als optimale, weil je nach Aufenthaltsort völlig flexible mobile Breitbandlösungen für unterwegs gelten jetzt Datenkarten für die Nutzung von UMTS, GPRS und WLAN. Sowohl A1 und T-Mobile als auch ONE bieten solche Datacards an - die Kosten liegen zwischen 35 und 55 Euro.

Die Zukunft des Turbo-Internets
Das moderne Geschäftsleben, so urgieren Marktforscher, sei eben ein nomadisches. Und mobiles Internet die entscheidende Triebfeder. Doch aufgrund des begrenzten Radius, da sind sich Experten einig, ist WLAN für den uneingeschränkten Outdooreinsatz nur bedingt geeignet. Als nächster Hoffnungsträger gilt bei der Telekom Austria und dem Hotspot-Betreiber Vorarlberg Online der neue Funkstandard WiMax, der Übertragungsweiten von 50 Kilometern und Raten von 70 Mbps ermöglichen soll. Erstes Equipment soll Ende 2005 auf den Markt kommen.