Neue Offenheit: Briten stellen Beweise aus Kelly-Untersuchung ins Internet

So viel Offenheit ist man vom sonst sehr geheimnis-krämerischen Großbritannien gar nicht gewohnt. Aber dennoch: Sämtliches bisher vorgelegte Beweismaterial aus der richterlichen Untersuchung der Affäre um den britischen Waffenexperten David Kelly kann im Internet nachgelesen werden.

Der Ausschussvorsitzende, Lordrichter Brian Hutton, begründete die ungewöhnliche Veröffentlichung der rund 950 Dokumente damit, seine Nachforschungen so öffentlich wie möglich zu gestalten.

Bei den Ermittlungen geht es um den Vorwurf in einem BBC-Bericht, die Regierung habe ein im September 2002 vorgelegtes Dossier über die Massenvernichtungswaffen des Irak "sexier gemacht".

Der Waffenexperte David Kelly hatte sich Mitte Juli das Leben genommen, nachdem sein Name als Quelle für den BBC-Bericht in den Medien erschienen war. Der ehemalige UNO-Waffeninspektor war als Berater im Verteidigungsministerium tätig.