Mit der Lufthansa lernt das Internet fliegen

Das Internet beginnt in wenigen Wochen mit der Eroberung des Luftraums: Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa will ab 15. Jänner in einem ihrer Jumbo-Jets den Zugang ins Netz ermöglichen. Der zuständige Manager der Fluggesellschaft, Burkard Wigger, erklärte am Samstag vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Berlin, auf der Strecke Frankfurt-Washington beginne dann eine dreimonatige Testphase des "Surfens über den Wolken".

Für Fluggäste aller Klassen ist der Service vorerst kostenlos. Auch bei der flächendeckenden Einführung, die ab 2004 geplant ist, solle es nicht teurer werden als "herkömmliche Mobiltelefonie", sagte Wigger. Die Surfer können mit ihrem eigenen Laptop über ein Breitband-Ethernet-Kabel oder über ein drahtloses lokales Netzwerk ("Wireless LAN") ins Netz gehen. Während der Testphase können sich die Fluggäste sogar vom Bordpersonal kostenlos Laptops leihen. Die Verbindung wird über Antennen hinter dem Buckel des Jumbo-Jets "Sachsen-Anhalt" und geostationäre Satelliten hergestellt und soll deutlich schneller sein als herkömmliche analoge Verbindungen.

Bei einem ersten Testflug am 25. Oktober habe alles funktioniert, sagte Wigger. Es sei gelungen, die weltweit ersten E-Mails einschließlich einem Foto als Anhang von einem kommerziellen Jet ins Netz zu schicken. Wenn die Nachfrage es rechtfertigt, sollen ab 2004 die Langstreckenflugzeuge der Lufthansa mit der neuen Technik ausgerüstet werden. Bereits ab Anfang nächsten Jahres soll der Service in den 55 Lufthansa-Lounges weltweit eingerichtet werden.