Internet-Fernsehen nun auch von Springer:
Konzern plant Produktion von Web-Inhalten

Der Springer-Konzern steigt nach dem Scheitern der ProSiebenSat.1-Übernahme ins Internet-Fernsehen ein. Vorstandschef Mathias Döpfner gab in Berlin die Gründung der Axel Springer Digital TV (ASDTV) bekannt. Als Geschäftsführer wechselt der RTL-Manager Klaus Ebert zum 1. Jänner 2007 zu der neuen Konzerntochter. Sie soll Videoinhalte vor allem für das Internet produzieren und vermarkten.

Zudem gebe es Überlegungen, eigene digitale TV-Kanäle zu entwickeln. Dank sprudelnder Anzeigenerlöse steigerte Europas größtes Verlagshaus ("Bild", "Die Welt") den Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres um 10,9 Prozent.

Alternative zu gescheiterter Übernahme
Döpfner bezeichnete das Internet-Fernsehen als "interessante Alternative" zur Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat.1, die zu Jahresbeginn am Veto der Kartellbehörden gescheitert war. "Der Bereich hält interessante Wachstumsperspektiven bereit", sagte er. Er sprach von einem "experimentellen Engagement", in dem viel ausprobiert werden solle. Über Einzelheiten des Konzepts will Döpfner erst im Sommer nach einigen Monaten der Vorbereitung und Personalrekrutierung für die neue Firma sprechen.

Rekordkurs weiterhin im Visier
Für das gesamte Jahr hob Döpfner die bereits zur Jahresmitte heraufgesetzte Prognose noch einmal an. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) werde leicht über dem des Vorjahres liegen und damit erneut Rekordhöhe erreichen. "Axel Springer kommt in allen strategischen Feldern sehr gut voran." In den ersten neun Monaten wurde das EBITA um 7,5 Prozent auf 267 Mio. Euro gesteigert. Der Zuwachs bei den Anzeigenerlösen von 3,9 Prozent habe maßgeblich zu der positiven Entwicklung beigetragen, hieß es. (apa/red)