Hofburg-Wahl: ÖVP droht Satireseite mit 3.000 € Strafe pro "Herabwertung" Ferreros

Die Satire-Seite www.raketa.at , die immer wieder recht derb über VP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner herzieht, beschwert sich über Klagsdrohungen seitens der ÖVP. Bis zu 3.000 Euro Strafe pro "herabwürdigender" Darstellung Ferrero-Waldners habe die Volkspartei angedroht, heißt es in einer raketa-Aussendung. In der VP-Zentrale werden die Klagsdrohungen bestätigt, geklagt habe man raketa bisher jedoch nicht.

raketa.at will laut eigenen Angaben Satire und Kunst machen und entstand aus der Internet-Zeitschrift derZustand.at. Dabei soll Kommunikation für jeden erleichtert und via internationaler Tätigkeit menschverbindend eingegriffen werden.

raketa.at ist aber nicht die einzige Satire-Website im Präsidentschaftswahlkampf. www.roterheinzi.at zieht im Gegenzug sehr derb über den SP-Spitzenkandidaten Heinz Fischer her.

Die ÖVP und ihre Hofburg-Spitzenkandidatin Benita Ferrero-Waldner distanzieren sich von zwei Homepages, die sich kritisch mit dem SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Heinz Fischer auseinandersetzen. In einer Aussendung wird betont, dass die Volkspartei weder auf Existenz noch auf Gestaltung der Homepages www.heifi.at bzw. http://www.roterheinzi.at direkten oder indirekten Einfluss hat. Der Domaininhaber sei weder bei der ÖVP beschäftigt noch für diese tätig. Die Homepages sind einer der Gründe, warum die SPÖ das Schiedsgericht unter Ludwig Adamovich angerufen hatte.

Auf den beiden Websites wird teils in recht aggressivem Ton Stimmung gegen Fischer gemacht, der konsequent als "roter Heinzi" bezeichnet wird. Dem "beinharten Ideologen" und "Parteisoldaten" wird unter anderem vorgehalten, dass sein gesamter Lebensweg von der Partei, Funktionen im Apparat und Karriere durch streberhaftes Verhalten geprägt sei. Zudem gibt es ein "Geheimvideo" zu sehen, wo Fischer nicht gerade mit Humor reagiert, als sich bei einer Aktion der Grünen ein Pelztier auf seinem Teppich erleichtert.

Die ÖVP namens Generalsekretär Reinhold Lopatka und Ferrero-Waldner selbst distanziert sich nun "von dieser diffamierenden und jeden Rahmen politischer Auseinandersetzung sprengenden Form der Veröffentlichung".

Allerdings hat auch die Volkspartei Grund zur Klage. Dabei geht es um die Seite www.raketa.at , auf der eine Fotomontage zu sehen war, auf der Bundeskanzler Wolfgang Schüssel Ferrero-Waldner den Busen entblößt. Außerdem ärgert die ÖVP, dass das Memory-ähnliche Spiel auf der Website www.benita.at torpediert wird. Denn drei User mit den Nicknames "heinzfischer", "heinz4president" und "vote4heinz" hätten sich mit "unmöglich aus dem Spiel heraus zu erreichenden Maximalhighscores" an die erste Stelle gesetzt, so dass der Verdacht der bewussten Manipulation im Raum stehe. (apa/red)