Gute Zeiten für Google, schlechte für Yahoo:
Der harte Kampf der US-Internetkonzerne

Während Google die größte Personalaufstockung in der Geschichte des Unternehmens angekündigt hat, rechnet der Mitbewerber Yahoo mit Umsatzeinbrüchen und kündigt Stelleneinsparungen an.

Google hatte zu Beginn des Jahres 24.400 Beschäftigte rund um den Globus. Diese können sich bereits auf neue Kollegen freuen, denn der amerikanische Internetkonzern will heuer mehr als 6.200 neue Mitarbeiter einstellen. Damit würde der bisherige Einstellungsrekord, den Google 2007 mit 6.131 neuen Mitarbeitern aufstellte, übertroffen werden.

Der Internetkonzern möchte im Rahmen der geplanten Personalaufstockung massiv in Deutschland investieren. Von den mehr als 1.000 neuen Stellen in Europa, die 2011 entstehen sollen, werden sich mehrere Hundert im Forschungs- und Entwicklungszentrum in München befinden. Das stellte der scheidende Vorstandschef Eric Schmidt zu Beginn der Woche in Aussicht. "Wir hatten ein sehr, sehr gutes Jahr", sagte Schmidt zum Abschluss der Internet-Konferenz DLD (Digital, Life, Design). "Aus diesen Gründen werden wir weiter investieren."

Geräte ohne Internet-Anschluss zunehmend uninteressant
Zu der zunehmenden Konkurrenz durch Mitbewerber wie Facebook sagte Schmidt: "Die Internet-Suche wird weiter sehr wichtig bleiben." Dies gelte vor allem mit Blick auf die immer schnellere Verbreitung von mobilen Geräten. Google verdient sein Geld vor allem mit der Platzierung von Werbung in den Ergebnissen seiner Internet-Suchmaschine. "Geräte ohne Anschluss ans Internet sind nicht länger interessant", sagte Schmidt. In zwei Jahren werde der Verkauf von Smartphones den PC-Absatz überholt haben. Die Entwicklung des schnelleren Mobilfunkstandards LTE werde die Internet-Nutzung mit Handys und anderen Geräten noch einmal erheblich verbessern. "Es ist interessant, dass Deutschland bei der Einführung von LTE eine führende Rolle in Europa hat."

Schlechte Aussichten für Yahoo
Während der größte Suchmaschinen-Betreiber immer weiter wächst, sieht die Zukunft für den Betreiber der zweitgrößten Suchmaschine weniger rosig aus. Der US-Internetkonzern Yahoo verliert verstärkt Geschäfte an Konkurrenten wie Google und Facebook. Das Yahoo-Management stellt sich daher auf einen erneuten Rückgang der Erlöse ein. Die am Dienstag nach US-Börsenschluss mitgeteilte Umsatzprognose für das laufende Quartal liegt unter den Analystenerwartungen. Der Markt reagierte auf diese schlechten Nachrichten umgehend. Die Yahoo-Aktie gab im nachbörslichen Handel drei Prozent nach.

Im vergangenen Quartal konnte Yahoo den Gewinn auf 312 Millionen Dollar steigern und damit mehr als verdoppeln. Je Aktie ergab sich damit ein Ergebnis von 24 Cent. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten, die durchschnittlich mit 22 Cent gerechnet hatten. Der Nettoumsatz fiel hingegen von 1,26 Milliarden Dollar auf 1,2 Milliarden Dollar, während die Expertenschätzungen bei 1,19 Milliarden lagen. Hinzukommt, dass die Zugriffe auf die Yahoo-Webseite seit mittlerweile drei Quartalen rückläufig sind. Daher dreht der Konzern zunehmend an der Kostenschraube. Das Management gab die zweite Runde von Stellenstreichungen binnen sechs Wochen an. Die weltweite Belegschaft soll um ein Prozent reduziert werden.

Keine Konkurrenz durch Facebook
Yahoo beim Sparen helfen soll zudem die 2009 besiegelte Suchmaschinen-Kooperation mit Microsoft. Die Konkurrenz durch das Internet-Netzwerk Facebook bringt das Geschäft mit Werbeanzeigen nach Worten von Yahoo-Finanzchef Tim Morse jedoch nicht unter Druck. "Wir sehen wirklich keine Konkurrenz dieser Art", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Für das laufende Quartal erwartet Yahoo einen Nettoumsatz von 1,02 bis 1,08 Milliarden Dollar. Analysten sagten dagegen bisher 1,13 Milliarden voraus.

(apa/red)