Fälschungen im Internet immer häufiger: Konkurrenz für teure Apotheken-Pharmazie

Bei der Konferenz der europäischen Pharma-Großhändler in Brüssel wurde vor Medikamentenfälschungen im Internet gewarnt.

"Der Internet-Versandhandel ist die effektivste Art, Medikamentenfälschungen auf den Markt zu bringen", sagte Friedemann Bachleitner-Hoffmann, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes bei der Konferenz des Verbandes der Arzneimittel-Großhändler (GIRP).

Apotheken mit Therapiebegleitung
Bei der Konferenz wurde appelliert, man sollte die Apotheken als Kompetenzzentren nutzen - denn dazu wären die Apotheker ja da. Denn der Apotheker spiele "eine entscheidende Rolle in der Therapiebegleitung des Patienten (...) Das ist der Grund warum Apotheken heute Gesundheitszentren und nicht wie oftmals fälschlich angenommen Handelsbetriebe sind", so der Standespolitiker.

Information und Beratung kosten mehr
Dass Apotheken den Spagat zwischen Handel und optimaler Gesundheitsberatung trotzdem schaffen müssen, sieht Bachleitner-Hoffmann so: "Apotheken müssen wirtschaftlich überlebensfähig sein, um optimale Therapieergebnisse garantieren zu können." Information und Beratung sowie Arzneimittelversorgung in Apotheken kosten eben mehr als Internet-Pharmazie. "Wenn wir uns auf die Patientenbedürfnisse und die öffentliche Gesundheit konzentrieren sollen, dann können Apotheken nicht andauernd um das wirtschaftliche Überleben kämpfen."

Harter Wettbewerb zwischen Pharmaindustrie
Müssen sie aber: Denn der Wettbewerb zwischen der Pharmaindustrie, dem pharmazeutischen Großhandel und den Apothekern ist bereits sehr stark. Große Pharmakonzerne wollen in manchen europäischen Staaten die Apotheken - unter Umgehung des Großhandels - direkt beliefern. Auf der anderen Seite investieren - mehr oder weniger offen - Pharmagroßhändler in Apothekenketten oder wollen sich Versandhandels-Aktivitäten sichern.