Damit Pornographie auch ein Zuhause hat:
Neuer Anlauf für die Internet-Domain ".xxx"

Die für die Verwaltung der Internet-Adressen zuständige Organisation hat einen neuen Anlauf zur Abgrenzung eines eigenen Rotlichtviertels im World Wide Web unternommen. Vor einer Entscheidung zur Einführung einer Dachadresse mit der Endung .xxx sollen zunächst öffentliche Stellungnahmen eingeholt werden.

Ein erster Versuch zur Einführung der neuen "Top Level Domain" (TLD) war im Mai vergangenen Jahres wegen juristischer Bedenken gescheitert. Diesmal hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) neue Bestimmungen für das Verbot von Kinderpornografie und zur Kennzeichnung "sexuell expliziter" Darstellungen festgelegt. Die für die Einführung der neuen Adresse eintretende Registrierungsfirma ICM Registry in Jupiter, Florida, soll nach den Vorstellungen der ICANN unabhängige Organisationen engagieren, welche die Einhaltung der Bestimmungen überwachen sollen.

Kritiker auf beiden Seiten
ICM macht geltend, dass die Einführung der neuen Top Level Domain die Porno-Branche mit einem Umsatz von zwölf Milliarden Dollar im Jahr in einen Prozess der Selbstkontrolle führen könnte. Zu den Kritikern von .xxx gehören sowohl strikte Pornografie-Gegner als auch die Betreiber entsprechender Angebote. Diese befürchten, dass die Einführung eines eigenen Adressbereichs dazu führen wird, dass Behörden wie Privatunternehmen den Zugang zu den entsprechenden Web-Seiten mit Hilfe von Filtersoftware einfacher blockieren können als bisher. (apa/red)