Wieder Diskussion rund um Handystrahlen: Experten warnen erneut vor Folgeschäden

Wenn am 31.12. die Zeiger gegen 0.00 Uhr wandern, werden die Handys der Österreicher wieder "heiß" laufen. Der Oberste Sanitätsrat riet nun dazu, Neujahrswünsche eher per SMS zu verschicken - dabei sei das Handy weiter weg vom Kopf. Einen gesicherten wissenschaftlichen Nachweis für gesundheitliche Schäden durch Handystrahlen gebe es zwar nicht, Experten riefen bei jedoch zu einem "vernünftigen Umgang" mit der Technologie auf.

Kinder besonders gefährdet
In der Erforschung der Auswirkung von magnetischen Feldern auf Menschen fehlen Langzeitstudien. Untersuchungen mit Kinder gebe es überhaupt nicht, erklärte Michael Kundi, Umwelt- und Hygieneexperte der Universität Wien. Innerhalb der aktuellen Grenzwerte bestehe keine Gefahr, betonte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V). "Das einzig Neue: Vielleicht - wenn man lange telefoniert, das Endgerät heiß wird und an die Schläfe gehalten wird, wo bei Kindern die Schädeldecke noch dünn ist - kann es möglicherweise vermehrt zu Tumoren kommen", sagte Ernst Wolner, Präsident des OSR.

Noch keine Beweise
"Es gibt Hinweise für Auswirkungen beim Menschen, aber keine Beweise", erklärte Kundi. Entwarnen könne man jedoch nicht. Daher forderten die Experten zu einem vernünftigen Umgang mit dem Handy auf - vor allem Kinder und Jugendliche. Einen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und dem Anstieg von Lungenkrebs habe man beispielsweise erst 25 Jahre im Nachhinein feststellen können. Bei Tumoren dauere es bis zur Manifestation der Krankheit zwischen zehn und 30 Jahre. Sehr wohl aber gebe es Hinweise darauf, dass ein "deutlicher Zusammenhang zwischen der Intensität der Nutzung von Handys und Symptomen" wie Kopfweh und Schlafstörungen besteht.

FMK: "Realitätsfern", SPÖ warnt
Als "realitätsfern" bezeichnete das Forum Mobilkommunikation (FMK) die Verbraucher-Info zum Umgang mit Handys auf dem neuen Folder des Gesundheitsministeriums, der jetzt bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde. Für den SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier sind "die locker formulierten Tipps von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat" dagegen schlichtweg eine Verharmlosung des Problems". (APA/red)