tele.ring-Verkauf: Die Angebotsfrist für Interessenten endet an diesem Freitag

Freitag Abend endet die Frist für Angebote zum Kauf des Mobilfunkbetreibers tele.ring. Als Favorit für die Übernahme gilt nach wie vor der holländische Telekomkonzern KPN, während T-Mobile Austria aus dem Rennen sei. Sollte es zwei gleich lautende Angebote für tele.ring geben, werde eine rund zweiwöchige Frist für Nachbesserungen eingeschoben, hieß es aus Branchenkreisen. Die Höhe der Gebote bewege sich zwischen einer und 1,5 Mrd. Euro.

tele.ring gehört derzeit noch zu 100 Prozent dem US-Telekombetreiber Western Wireless International (WWI), einer Tochter der Western Wireless. Hintergrund des rasch vorangetriebenen Verkaufs ist die etwa rund 6 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) schwere Übernahme von Western Wireless durch den amerikanischen Konkurrenten Alltel. Die Übernahme soll im Laufe des Sommers abgeschlossen werden, im Zuge dieses Zusammenschlusses prüft Alltel einen Verkauf der WWI, zu der auch tele.ring gehört. Neben Österreich ist WWI auch in Irland, Slowenien, Georgien, Haiti und Bolivien tätig.

Vier Bieter im Rennen
KPN ist den Branchenkreisen zufolge derzeit einer von vier Bietern für tele.ring auf der Shortlist, die restlichen drei Interessen sind Finanzinvestoren - laut Medienberichten die Fondsgesellschaften Permira, Apax und Novator. Darüber hinaus wird laut Medienberichten aus Deutschland auch der drittgrößte österreichische Mobilfunkanbieter One mit Unterstützung seines Mehrheitseigentümers, des deutschen Energiekonzerns E.ON, ein Angebot nachreichen.

tele.ring zu E-Plus?
KPN war bereits vor Jahren in Österreich tätig, das Joint Venture KPNQwest Austria (früher: EUnet) musste allerdings im Juni 2002 Konkurs anmelden. Wie das "WirtschaftsBlatt" in berichtet, könnte KPN tele.ring in die deutsche Tochter E-Plus einbringen.

Fusion mit One gefährdet Arbeitsplätze
Die Finanzinvestoren hatten Medienberichten zufolge den Vorschlag eingebracht, dass tele.ring One übernehmen und damit zur Nummer Zwei am österreichischen Mobilfunkmarkt werden könnte. Laut Medienberichten planen die Finanzinvestoren die Fusion von tele.ring und One, die Experten zufolge bis zu 700 Arbeitsplätze kosten könnte. Danach könnte ein Börsegang folgen. Allerdings seien Angebote der Finanzinvestoren mit Auflagen verbunden. Bis zum Abschluss würde es daher länger dauern, hieß es.

Nummer 4 am Markt
tele.ring hat laut Homepage der Telekom-Regulierungsbehörde RTR (Stand 1. Mai 2005) einen Marktanteil von 11,44 Prozent. Marktführer ist die Mobilkom mit einem Marktanteil von 40,97 Prozent, gefolgt von T-Mobile (25,42 Prozent), und One (18,94 Prozent). Hutchison ("3") hat einen Marktanteil von 3,23 Prozent.

Mehr als eine Million Kunden
Im ersten Quartal hatte tele.ring bei Umsatz, Ergebnis und Kunden weiter zugelegt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um knapp 60 Prozent auf 44,6 Mio. Euro. Der Nettogewinn wuchs von 20 auf 23 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um fast 9 Prozent auf 126,1 Mio. Euro. Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg um 26 Prozent auf 917.400. Insgesamt zählte tele.ring Ende März 1,036 Mio. Kunden (inklusive Festnetz- und Internetkunden). tele.ring beschäftigt rund 570 Mitarbeiter und ist frei von Fremdschulden. (apa/red)