One verzeichnet Umsatzplus: Preiskampf am Mobilfunksektor geht weiter

Österreichs drittgrößter Mobilfunkbetreiber One hat im ersten Halbjahr 2004 gute Erghebnisse eingefahren. Das "zufrieden stellende" Halbjahresergebnis, das auf Einmaleffekte sowie auf Kosteneinsparungen im Zuge der Restrukturierung der vergangenen neun Monate zurückzuführen sei, stehe "im Schatten des Mitarbeiterabbaus", sagte One-Chef Jorgen Bang-Jensen. Ende Juni trennte man sich von 170 Mitarbeitern, insgesamt sollen 225 abgebaut werden. Für das Gesamtjahr erwarte man insgesamt ein Ergebnisplus, wiewohl ein Ende des Preiskampfs in der Sprachtelefonie nicht abzusehen sei.

Die Kosten für den Mitarbeiterabbau über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinaus - für 170 der betroffenen 225 Mitarbeiter wurde ein Sozialplan erstellt - bezifferte Bang-Jensen mit 4 Mio. Euro. Die Personalreduktion werde Einsparungen in Höhe von 12 Mio. Euro pro Jahr bringen. One beschäftigt aktuell 970 Mitarbeiter, davon 860 Vollzeitkräfte.

Abbau "ernste Entwicklung
Der Abbau sei eine "ernste Entwicklung", die auf Grund des preis- und wettbewerbsintensiven Mobilfunkmarkts Österreich und der hinter den Erwartungen gebliebenen Umsatzentwicklung bei der dritten Mobilfunktechnologie UMTS "leider notwendig" gewesen sei, um die "gute Entwicklung des Unternehmens" auch für die nächsten Jahre zu sichern. One hat in den vergangenen Monaten mehrfach an der Kostenschraube gedreht, neben dem Mitarbeiterabbau wurde u.a. auch das Netzwerk an Alcatel ausgelagert.

Umsatz plus 6 Prozent
Der Umsatz von One stieg im Halbjahr um 6 Prozent auf 355 Mio. Euro. Das Umsatzplus sei auf die gestiegene Kunden- und Gesprächsminutenzahl zurückzuführen, wobei der Umsatz pro Minute in Folge des Preiskampfs aber gesunken sei, führte Bang-Jensen aus. One hat aktuell 1,5 Mio. Handykunden, 145.000 Festnetz- und 150.000 Internetkunden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 10,6 Prozent auf 115 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) um 40 Prozent auf 35 Mio. Euro. Das Nettoergebnis drehte von minus 3,1 auf plus 13 Mio. Euro, die EBITDA-Marge erhöhte sich von 31,7 auf 32,4 Prozent.

Einmaleffekt
Beim Ergebnisplus sei ein Einmaleffekt - die Auflösung der Rückstellungen für die Universaldienstverordnung - zu beachten, wobei es auch im Vorjahr einen Einmaleffekt in etwa derselben Höhe gegeben habe, womit das Ergebnis direkt vergleichbar sei, erläuterte Bang-Jensen. Die Telekom Austria (TA) hatte sich im April nach einem jahrelangen Streit um Forderungen aus der Universaldienstverordnung mit 12 alternativen Telekombetreibern - darunter One - auf privatrechtlichem Weg auf einen Ausgleich geeinigt und bekam für von 1999 bis 2004 erbrachte Leistungen wie den Betrieb von öffentlichen Telefonzellen und die Wartung von Telefonleitungen in entlegenen Gebieten insgesamt 22 Mio. Euro. Den von One bezahlten Betrag wollte Bang-Jensen nicht nennen. (apa/red)