Mobilfunker rüsten Netze für HSDPA auf: UMTS-Nachfolger kommt schon Anfang 2006

Die österreichischen Mobilfunkbetreiber rüsten ihre Netze für die UMTS-Folgetechnologie HSDPA auf. Damit sollen lukrative Datenübertragungen, wie Downloads von Music-Clips und Video-Streams, angekurbelt werden. Die Mobilkom Austria will ab Ende 2005/Anfang 2006 in Städten HSDPA anbieten. Die Technologie soll anfangs eine Datenübertragungsrate von 3,6 Mbit/Sekunde erlauben. T-Mobile will HSDPA "ab 2006 mit einer Geschwindigkeit von rund 1,8 Mbit/Sekunde" anbieten.

Die Technologie HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) sei Teil der Netz-Strategie der Mobilkom, in den kommenden Monaten österreichweit ein "High Speed Multimedia"-Netz zur Verfügung zu stellen, berichtete Mobilkom-Chef Boris Nemsic. HSDPA werde im Endausbau eine Geschwindigkeit von 14,4 Mbit/Sekunde erreichen und zunächst bei Laptop-Steckkarten zur Anwendung kommen, die mit den anderen mobilen Hochgeschwindigkeitstechnologien GPRS, EDGE und UMTS kompatibel sein werden.

Günstige Technologie
HSDPA sei eine vergleichsweise günstige Technologie, da es sich dabei um ein reines Softwareupdate für UMTS-Netze handle und keine neue Hardware bzw. neuen Mobilfunkstandorte notwendig seien, so Nemsic. Die Mobilkom habe bisher einen "niedrigen dreistelligen Millionen Eurobetrag" in den Netzausbau für die dritte Mobilfunkgeneration investiert. Per Ende März lag die UMTS-Abdeckung des Mobilkom-Netzes bei 62 Prozent der Bevölkerung. Inklusive der Technologie EDGE liegt die Abdeckung derzeit bei 80 Prozent, angestrebt werden bis Mitte 2005 97 Prozent.

Zehnfache UMTS-Geschwindigkeit
Die Österreich-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile Austria, hat ebenfalls ihre Pläne bezüglich Netzausbau vorgestellt. Mit HSDPA will man ab 2006 "einen Turbolader anbieten, der die ohnehin schon hohe UMTS-Geschwindigkeit verzehnfachen wird", hieß es in einer Pressemitteilung. Technologielieferant für die entsprechende Netzinfrastruktur und die HSDPA-Datenkarte für Notebooks ist Siemens. Die anfängliche Datenübertragungsrate von 1,8 Mbit/Sekunde soll im weiteren Ausbau bis 2007 auf 3,6 Mbit/Sekunde steigen. Das UMTS-Netz von T-Mobile deckt derzeit mehr als 50 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab. (apa/red)