Massive Auflagen für tele.ring-Übernahme: T-Mobile soll Sendeanlagen an "3" abtreten

Der zweitgrößte österreichische Mobilfunkanbieter T-Mobile Austria muss bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten tele.ring mit umfassenden Auflagen durch die EU-Kommission rechnen, hieß es aus Branchenkreisen. T-Mobile, Tochter der Deutschen Telekom, wird demnach nicht nur UMTS-Frequenzen an die Konkurrenz abgeben müssen, sondern auch Teile der Infrastruktur - und zwar an den UMTS-Anbieter Hutchison ("3").

T-Mobile soll Infrastruktur abtreten
Durch die Zusammenführung der Netze von T-Mobile und tele.ring im Zuge der geplanten Fusion werden naturgemäß einige Sendestandorte überflüssig werden. Diese "redundante Infrastruktur" soll T-Mobile den Plänen der EU-Kommission zufolge nun an den kleinsten Konkurrenten Hutchison abgeben, und zwar zu einem äußerst günstigen Preis. T-Mobile und Hutchison wollten dazu keinen Kommentar abgeben.

Hutchinson soll eigenes Netz aufbauen
Laut den Kreisen will die EU-Kommission dem UMTS-Betreiber Hutchison, der derzeit bei GSM großteils über das Netz der Mobilkom funkt, mit den Auflagen die Möglichkeit zum Aufbau einer eigenen Netzinfrastruktur geben. Damit dürfte die Mobilkom, die bereits im Vorfeld des Deals ebenfalls ein Auge auf die redundante Infrastruktur von T-Mobile/tele.ring geworfen hatte, leer ausgehen. Die Mobilkom Austria wollte Branchengerüchten zufolge alle 3.500 GSM- und UMTS-Sendeanlagen des tele.ring-Netzwerkes übernehmen und diese für den Netzaufbau der im Juli übernommenen bulgarischen Mobilfunktochter Mobiltel verwenden.

Heftige Diskussionen in der Branche
Die Auflagen der EU-Kommission für den T-Mobile/tele.ring-Deal sorgen in der Branche bereits für heftige Debatten. Hinterfragt werde vor allem, wie sinnvoll es sei, dass nun auch Hutchison als dann vierter Anbieter eine eigene Infrastruktur aufbaut - auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen in Österreich über zu viele Sendestationen und eine Handymastensteuer, hieß es.

EU-Kommission mit schweren Bedenken
Die EU-Kommission hat schwere Bedenken gegen die geplante Übernahme des Marktvierten durch den Marktzweiten und daher diese Woche eine vertiefte Wettbewerbsprüfung eingeleitet. Der Wegfall von tele.ring "gibt zu der Befürchtung Anlass, dass die geplante Übernahme zu Preissteigerungen zu Lasten der österreichischen Verbraucher führen könnte", erklärte die Kommission. Die Wettbewerbshüter haben nun 90 weitere Werktage Zeit, um die Fusion zu überprüfen. (apa/red)