Markenschwemme bei den Mobilfunkern:
Preiskampf um billige Auslandsgespräche

So starken Wettbewerb am Mobilfunkmarkt wie in Österreich gibt es kaum wo. Doch einige Bereiche waren bislang vom Preiskampf ausgenommen: Bei Roaming, SMS und Auslandsgesprächen erwirtschaften die großen Netzbetreiber nach wie vor satte Gewinnspannen. Eine Reihe neuer Anbieter wittert in den Auslandstelefonaten eine profitable Marktnische.

Jeder sechste Einwohner Österreichs hat einen Migrationshintergrund (1,4 Millionen), und immer mehr verzichten auf das Festnetz. Dazu kommen viele Touristen. Das Bedürfnis, günstig vom Handy ins Ausland zu telefonieren, ist also gegeben. Doch die Netzbetreiber halten ihre Tarife hoch. Das schafft Platz für spezialisierte Anbieter, die sich in ein bestehendes Mobilfunknetz einmieten.

Auf den Preiskampf bei Inlandsgesprächen lassen sich diese Anbieter gar nicht ein. Ihr Trumpf sind radikal niedrigere Auslandstarife. Ihre Herausforderung dabei heißt Marketing und Vertrieb. Denn die Zielgruppen sind verstreut, sprechen unterschiedliche Sprachen und sind nicht einfach zu erreichen. Diese Herausforderung nimmt nun die Firma Mitacs an. Sie setzt auf eine Gruppe von Partnern, von denen jeder sein eigenes Vertriebskonzept umsetzen und seine Kontakte in die jeweilige Zielgruppe nutzen soll. Mitacs hat einen Vertrag mit T-Mobile, deren Netz genutzt wird, und kümmert sich um die technischen und juristischen Belange. Der jeweilige Partner vertreibt die SIM-Karten. Sein Break-even liegt bei weniger als 1.000 Kunden. So kann Mitacs ohne eigenes Risiko über unterschiedliche Vertriebskanäle verschiedene Zielgruppen erreichen. Wenn der eine oder andere Partner keinen Erfolg hat, schadet das nicht, solange es bei anderen besser läuft.

Im Jänner startete Mitacs mit der Eigenmarke YouTalk (Format berichtete vorab in Ausgabe 3/08), kurz darauf folgten Vinmobile und Procos Mobile. Hinter Vinmobile steht die Vin Traders GmbH, die schon Erfahrung mit dem Vertrieb von Calling Cards hat und im Außenhandel tätig ist. Sie exportiert etwa Zucker nach Bangladesch. Procos Mobile wird für den Facility Manager Procos FM aufgesetzt. Die Firma betreut unter anderem Hotels, die nun als Vertriebspartner gewonnen werden sollen. Auch mit einem Handygroßhändler kooperiert Procos. Noch heuer will Mitacs etwa zehn weitere Marken auf den Markt bringen.

Den Konsumenten kann der neue Wettbewerb nur recht sein. Das Sparpotenzial ist enorm, die Spezialanbieter sind bis zu 98 Prozent billiger als die etablierten Mobilfunker, die zwar vereinzelt für bestimmte Länder Zusatzpakete verkaufen, mit Kampfpreisen aber nicht mithalten können und wollen.

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