Handys als Lebensretter in den Bergen:
Mobile Notrufe bei rund 50% aller Unfälle

Das Handy wird beim Bergsport immer öfter zum lebensrettenden Instrument. Zwischen November des Vorjahres und dem diesjährigen Sommer gab es nach Angaben der Alpinpolizei 6.000 Alpinunfälle, davon seien in 40 Prozent der Fälle die Retter per Mobiltelefon verständigt worden. Bei den verunglückten Wanderern hätten sogar mehr als 70 Prozent die Einsatzkräfte mit dem Handy alarmiert.

"Das Handy ist ein wesentlicher Bestandteil der Notfallausrüstung am Berg", meinte Peter Veider von der Bergrettung. Die meisten Bergsportler würden deshalb auch ihr Mobiltelefon mitführen. Es sei kein Argument, dass man es zu Hause lasse, weil man am Berg seine Ruhe haben wolle. Es diene der eigenen Sicherheit und gehöre auf jeden Fall in den Rucksack. Sollte man bewusstlos sein, könne man im Notfall sogar bis auf einige Kilometer genau geortet werden. Dazu sei allerdings eine Genehmigung erforderlich.

"Funkschatten" noch störend
Das größte Problem sei nach wie vor der zum Teil schlechte Empfang im Gebirge, berichtete Ingo Kroath vom Kuratorium für alpine Sicherheit in Innsbruck. In Tälern und Schluchten könnten "Funkschatten" auftreten. Der Empfang werde meist erst gegen den Gipfel hin wieder besser. Das ändere aber nichts an der wichtigen Rolle, die das Mobiltelefon am Berg spiele.

Rettung dank Euro-Notruf
Im Jahr 2005 verunglückten laut Kuratorium 416 Menschen am Berg tödlich. Tirol liege dabei im Spitzenfeld mit 179 Toten. Weit abgeschlagen an zweiter Stelle komme erst Salzburg mit 68 tödlichen Bergunfällen. Mit dem europaweit gültigen Euro-Notruf (112) könne man sogar ohne SIM-Karte Hilfe verständigen. Schaltet man das Handy aus und gibt statt dem PIN die Euro-Notruf-Nummer ein, werde automatisch vom Betreiber unabhängig das beste Netz gesucht. Ist gerade kein Funkkanal frei, könnten sogar normale Anrufe aus dem Netz genommen werden. Ebenfalls als Norm durchgesetzt habe sich das Handy als Sicherheitsinstrument unter den Bergführern, stellte Kroath fest. Für jeden der in diesem Bereich ausgebildet wird, sei es verpflichtend; ein Kommunikationsmittel mitzuführen. Das Handy habe sich dabei mittlerweile etabliert. (apa/red)