EU knöpft sich 2007 Telekom-Branche vor:
Roaming und Wettbewerbshürden im Visier

Die EU-Kommission will Anfang kommenden Jahres die Telekom-Branche nach Wettbewerbshürden durchkämmen. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte am Dienstag nach einer Anhörung im EU-Parlament in Brüssel, sobald die Sektoruntersuchungen im Energiebereich und bei den Finanzdienstleistungen abgeschlossen seien, werde sich die Kommission mit den Telekomunternehmen befassen.

"Die Telekommunikation ist ein herausfordernder Bereich für eine Untersuchung", sagte sie. Zunächst gelte es aber die laufenden Untersuchungen abzuschließen. Dies werde die zweite Jahreshälfte in Anspruch nehmen.

Kampf gegen hohe Roaming-Gebühren
Die für die Telekombranche zuständige Kommissarin Viviane Reding hat bereits angekündigt, Preissenkungen bei Handygesprächen im Ausland zu erzwingen. Sie streitet zudem mit der Bundesregierung darüber, ob diese die Deutsche Telekom bei ihrem neuen Hochgeschwindigkeits-Datennetz vor unerwünschter Konkurrenz schützen darf. Erst vergangene Woche hatte die Kommission zudem mehr Wettbewerb im deutschen Telefonnetz angemahnt. Es bestehe das Risiko, dass die Deutsche Telekom im Festnetz zu hohe Preise berechne. Die bisherigen Schritte der deutschen Regulierungsbehörde seien unzureichend.

Belebung des Wettbewerbs
Die Sektoruntersuchung im Energiebereich hat bereits zu einer Reihe von Kartellverfahren gegen Marktführer geführt. Betroffen sind unter anderem E.ON-Ruhrgas und RWE. Die Kommission will einen freien Marktzugang für neue Unternehmen und über mehr Wettbewerb auch sinkende Preise erzwingen. (apa/red)