Drift Innovation Ghost 4K im Test

Drift Innovation Ghost 4K im Test

Ob beim Surfen, Mountainbiken, Skifahren oder am Motorrad – Actioncams sind immer der Renner. GoPro ist zwar der Platzhirsch, doch mit der schicken und sehr leistungsstarken Ghost 4K will der britische Hersteller Drift Innovation dem Unternehmen jetzt einheizen. Wir haben die kompakte Ultra-HD-Cam getestet und waren – bis auf eine Kleinigkeit – positiv überrascht.

Actioncams sind einfach geil: winzig, hart im Nehmen und für jeden Spaß zu haben. So auch die neue Drift Ghost 4K, die fast alle nötigen Features beisammenhat, um Branchenprimus GoPro ans Leder zu gehen: Kamerastativgewinde, hochauflösenden 4K-Filmmodus (3.840 x 2.160 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde, 12-Mpx-Fotochip, zwei integrierte Mikrofone (vorne und hinten) sowie Wi-Fi und einen externen Mikrofoneingang. Das Speichern von Aufnahmen erfolgt auf microSD (bis 128 GB). Einen Bildschirm, um zu steuern oder Livebilder zu sehen, hat sie nicht (ist aber optional erhältlich). Um durch das Menü zu navigieren, gibt es ein kleines Display auf der Rückseite und drei Kontrolltasten auf der Oberseite. Jeder Tastendruck wird akustisch bestätigt, die einzelnen Modi (Video, Foto, Timelapse, Serienfoto) haben jeweils andere Display-Hintergrundfarben. Die Steuerung fällt etwas schwerer als bei der GoPro, ist aber nach wenigen Anwendungen verstanden und grundsätzlich logisch aufgebaut. Wem das nicht reicht, der verbindet die Cam via Wi-Fi mit dem Smartphone und nutzt die kostenlose „Drift Life“-App, um Livebilder am Handyscreen zu sehen und die Kamera fernzusteuern bzw. das Bild korrekt einzustellen. Die Verbindung ist rasch aufgebaut und war im Testzeitraum stets stabil.

Das Besondere an der Drift 4K ist ihre drehbare Linse. Während man bei GoPro und Co oft mühsam die Schrägen und Winkel der Montage ausgleichen muss, reicht bei der Ghost 4K ein Dreh der Linse und der Horizont ist ausgerichtet. Gepaart mit dem Kamerastativgewinde sind der Kreativität von Montagepunkten damit fast keine Grenzen gesetzt. Bei unseren Testaufnahmen konnten wir verschiedene Modi ausprobieren und waren positiv überrascht: 4K-Aufnahmen schauen wirklich gut aus, selbst 1.080p-Full-HD-Videos (mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde) haben überzeugt. Auch der Fotomodus ist absolut in Ordnung, jedoch erkennt man bei voller Auflösung, dass der verbaute Chip – in Verbindung mit dem extremen Weitwinkelobjektiv (bis 140°) – gewisse Grenzen hat. Lediglich beim Ton hat es im Test gehapert. Hier sei erwähnt, dass zwei Pre-Production-Prototypen-Kameras zum Einsatz kamen und der Hersteller mitgeteilt hat, dass es vereinzelt Vorserienprobleme geben könnte. Bei uns hat – trotz Firmware-Update – die Umstellung von den internen Mikros auf das extern angeschlossene Mikro nicht funktioniert. Ergebnis: Waren wir mit dem Testmotorrad flotter unterwegs (ab 90 km/h aufwärts), wurde – trotz mit Klebeband zugeklebten Mikros – nur mehr ein grausames Fahrtwindrauschen aufgenommen. Das externe Mikrofon im windgeschützten Helm hat offensichtlich keine Töne aufgezeichnet. Das Problem ist dem Hersteller jedoch nicht bekannt. Auf YouTube gibt es auch einige Videos, wo es keinerlei Probleme mit externen Mikros gab.

Fazit: Die Drift Innovation Ghost 4K ist eine hochwertig verarbeitete Action-Cam mit einer Vielzahl an Einstell- und Verstellmöglichkeiten, die selbst für professionelle Anwendungen reicht. Bis auf die Soundprobleme ein tolles Produkt, welches aktuell nicht grundlos fast gänzlich ausverkauft ist.

DRIFT INNOVATION GHOST 4K

➜ 4K-Aufnahmen mit bis zu 30 fps, 2,7K bis zu 60 fps und 1.080p bis zu 120 fps
➜ abschaltbarer Videobildstabilisator
➜ Verstellbare Perspektive: 140°, 115°, 90°
➜ Wi-Fi für kabellose Kopplung
➜ 2x interne Mikros, 1x externer Eingang
➜ 82,2 x 43 x 31,4 mm, 120 g
➜ Preis: € 332,-