iPad 2 - Videokamera, dünner und leichter:
Steve Jobs stellte das Tablet persönlich vor

Mit der persönlichen Vorstellung der neuen Variante seines populären Kleincomputers iPad hat sich Apple-Chef Steve Jobs gegen die wachsende Konkurrenz anderer Produzenten gestellt. Der erkrankte Konzerngründer stellte in San Francisco persönlich das neue dünnere iPad vor, das über Videokameras und einen stärkeren Chip verfügt.

Mit seinem Auftritt überraschte der 56-jährige Jobs, der seit Jänner wegen einer Erkrankung eine Auszeit von der Konzernführung nimmt, das Publikum der Apple-Präsentation in San Francisco. "Wir haben ziemlich lang an diesem Produkt gearbeitet, und ich wollte diesen großen Tag nicht verpassen", sagte er.

Schwarz und weiß
Das iPad 2 ist beeindruckend kompakt. Mit 8,8 Millimetern Dicke ist es nicht nur um rund ein Drittel dünner als sein Vorgänger, sondern auch etwas schlanker als das iPhone 4. Das Gewicht beträgt nur knapp mehr als 600 Gramm. Im Gegensatz zum Smartphone wird das Tablet zudem von Anfang an nicht nur in schwarz, sondern auch in weiß zu haben sein. Freilich will Apple nicht nur mit dem Design des Geräts punkten, sondern stellt auch deutlich mehr Performance in Aussicht.

Der Prozessor A5 ist laut Jobs doppelt so schnell wie der A4 des ursprünglichen iPads, die Grafikleistung steigt demnach sogar auf das Neunfache. Trotz Performance-Sprung und Schlankheit bleibt die Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden erhalten. Dank iOS 4.3 wird das iPad 2 "iTunes Home Sharing" beherrschen, mit dem Content vom Heimcomputer via WLAN aufs Tablet übetragen werden kann. Verbesserungen bei AirPlay wiederum versprechen ein einfacheres Streaming zwischen entsprechenden Geräten. Ein klassischer HDMI-Ausgang unterstützt indes das Abspielen von Videos in 1080p-Auflösung.

Enttäuschung beim Bildschirm
Wie weithin erwartet hat Apple dem iPad 2 eine frontseitige Kamera verpasst, so dass User über den Videotelefoniedienst FaceTime mit Nutzern anderer Apple-Geräte chatten können. Eine Enttäuschung ist hingegen, dass der Bildschirm mit den gleichen Spezifikationen aufwartet wie beim Vorgänger. Dabei hatten Fans auf ähnlich Beeindruckendes gehofft wie beim Retina-Display des iPhone 4. Wenig überraschend ist dagegen, dass Apple auch weiterhin SG-Kartenslot sowie USB-Anschluss verschmäht.

In den USA wird das neue iPad bereits ab 11. März im Handel sein. Es soll wie die erste Version je nach Kapazität zwischen 499 und 829 Dollar (600 Euro) kosten. Zwei Wochen liefert Apple das Gerät in einer Reihe weiterer Märkte aus, darunter auch Deutschland.

"Haben Konkurrenz aus der Fassung gebracht"
Jobs zeigte sich angesichts der wachsenden Konkurrenz auf dem Tablet-Markt gelassen. "Noch nie hatten wir ein Produkt, das von Beginn an so gut gelaufen ist", sagte er. Apple beherrsche derzeit mit dem iPad etwa 90 Prozent des Markts. "Wir haben unsere Konkurrenz damit aus der Fassung gebracht", sagte er.

Seit dem Start vor einem Jahr hat Apple rund 15 Millionen iPads verkauft. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Zahl der verkauften Geräte in diesem Jahr auf 55 Millionen steigen wird. Der Hersteller Motorola macht dem iPad inzwischen mit seinem Tablet-Computer Xoom Konkurrenz, der Samsung-Konzern aus Südkorea will demnächst eine aktualisierte Variante seines Galaxy Tab auf den Markt bringen. Zahlreiche weitere Hersteller haben für die kommenden Monate ähnliche Geräte angekündigt.

(apa/pte/red)