Grüne finden Linux-Umstieg zu zögerlich: Beamte brauchen konkrete Anreize

Kommendes Jahr stattet Wien rund die Hälfte ihrer PC-Arbeitsplätze zusätzlich zu Microsoft-Produkten auch mit Open Source-Software aus. Für die Wiener Grünen geht die Gemeinde jedoch "zu zögerlich" vor. Dass Wien neben Linux und Open Office auch Microsoft Windows und Microsoft Office weiter verwendet, "ist schade", so die Grüne Technologiesprecherin Marie Ringler in einer Pressemitteilung.

Grundsätzlich sei die Initiative jedoch zu begrüßen. Sie forderte konkrete Anreize für Beamte umzusteigen und die Veröffentlichung jener Studie, auf deren Basis der Einsatz von Open Source-Software beschlossen wurde. Laut Stadt Wien liegt die Endauswertung der Studie in einigen Wochen vor.

SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal warnte vor einer Komplettumstellung und begrüßte hingegen die "sanfte Lösung" der Stadt Wien. "Man soll nicht die eine Fahne abnehmen und die andere hissen, sondern einen zweiten Fahnenmast aufstellen und zwei Fahnen hissen. So kann man sich für das jeweils persönlich Beste entscheiden", so Broukal.

Open Source-Software ist ein Programm ohne Lizenzkosten und mit der Möglichkeit der freien Programmierung. Die Stadt München arbeitet bereits seit einem Jahr an der Komplettumstellung auf Linux und der Eliminierung der vergleichbaren Microsoft-Software und hat heute bekannt gegeben, diese Umstellung auf Grund von Rechtsproblemen vorerst auf Eis zu legen. (apa)