Auf Skandal folgt eine Millionenstrafe: HP griff US-Steuerzahler zu tief in die Tasche

Nach dem Skandal-Rücktritt um Firmenchef Mark Hurd gerät Hewlett-Packard nicht aus den Negativschlagzeilen. Nach Überzeugung des US-Justizministeriums hat der weltgrößte Computerhersteller indirekt den US-Steuerzahler ausgenommen, indem er überhöhte Rechnungen ausgestellt und sich Aufträge durch Geldzahlungen gesichert hat. Konsequenz: HP muss nun 55 Mio. Dollar Strafe zahlen.

Das Ministerium und der Konzern legten den Fall am Montag mit einem Vergleich bei. "Letztendlich steht das Geld des Steuerzahlers auf dem Spiel", begründete die Generalstaatsanwältin von Arkansas, Jane Duke, das Durchgreifen. Tippgeber hatten den Fall in ihrem Bezirk vor sechs Jahren ins Rollen gebracht.

Nach US-Recht darf ein Unternehmen von der Regierung nicht mehr Geld verlangen als von seinen Kunden aus der Privatwirtschaft. Diese Regel hat HP nach Ansicht des Justizministeriums verletzt. Zudem hat der Konzern den Ermittlungen zufolge Computer-Dienstleister dazu animiert, HP-Produkte für Behörden zu beschaffen, in dem ein Teil des Kaufpreises an die Einkäufer zurückfloss.

Verfahren gegen mehrere Unternehmen
Wegen dieser sogenannten Kickback-Zahlungen hatte das Justizministerium bereits namhafte IT-Konzerne wie IBM, den Datenspeicher-Spezialisten EMC und das Beratungsunternehmen PWC zur Kasse gebeten. Wegen überhöhter Preise läuft momentan gegen den Softwarekonzern Oracle ein Verfahren.

HP hatte seine Aktionäre bereits Anfang August vor einem anstehenden Bußgeld gewarnt, ohne allerdings Details zu nennen. Geschadet hat dem Konzern sein Vergehen aber offenbar nicht: Fast zeitgleich mit der Millionenbuße hat die US-Air Force einen neuen Rahmenvertrag für die Lieferung von Computern und Zubehör abgeschlossen, im Wert von bis zu 800 Mio. Dollar. (apa/red)