Design trifft Netzwerk

Entscheidet man sich für ein kabelloses Netzwerk in den eigenen vier Wänden, so ist es nicht unüblich, den Router in seiner Rolle als Schaltzentrale irgendwo gut in einer Ecke zu verstecken. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Dinger schwanken optisch zu 99,9% zwischen langweilig und potthässlich und sorgen oft für hochgradig nervende Blinkorgien. Der taiwainesische Computerhersteller Asus will nun zu verstehen geben, dass das nicht sein muss. Der Black Diamond Router präsentiert sich als schwarzer Blickfang und soll darüber hinaus auch noch hochperformant sein. NEWS.AT hat sich das angesehen.

Kurzes innerliches Raunen nach dem Auspacken: Die Optik des RT-N56U, so die trockene Bezeichnung des Black Diamond Routers, sticht in der Tat aus der Masse der Router hervor. Bei einem Straßenpreis von rund 100 Euro kann er das auch ruhig. Das asymmetrische Gehäuse lässt sich wahlweise liegend oder stehend platzieren und stellt in beiden Fällen eine auf Hochglanz polierte Oberflächenstruktur zur Schau, die an einen Diamanten erinnert. Womit das "Geheimnis" um den Namen gelüftet wurde. Ist das Gerät via separatem Netzteil angeschlossen, wird ersichtlich, dass die Anzeigeleuchten durchgängig mit kühlem Blau auf das edle Äußere abgestimmt worden sind. Ein echter Blickfang.

Bei genaueren Blick aufs Gerät können sich auch die Anschlüsse sehen lassen: Mit fünf Gigabit Ethernet Ports (4 LAN, 1 WAN) bietet der RT-N56U tadellose kabelgebundene Netzwerk Performance und sorgt mit einem WAN-LAN Durchsatz von bis zu 900 Mbit/s bei Streaming für ordentlich Dampf im Kessel. Über die Dual-Band-Technik können via Funk (2,4 GHz- und 5 GHz-Band) bis zu 300 Mbit/s zur Verfügung gestellt werden. Mit dem "Zweikanal"-Betrieb können bandbreitenunabhängig mehrere Geräte gleichzeitig verwendet werden. Zwei USB-Anschlüsse am Router haben schließlich noch einen weiteren Vorteil: Bei Anschluss einer externen USB 2.0 Festplatte kann der Black Diamond im Netzwerk auch als High-Speed NAS (Network Attached Storage) und USB Printer fungieren.

Alles Wesentliche "am Radar"
Ein smartes Feature steckt hinter der sogenannten AI Radar Technik: Sie ermöglicht eine Erhöhung der Funkfeldabdeckung und eine Steigerung der Datendurchsätze, indem sie sich dem Strahlmuster anpasst. Nach dem Scannen der nahen Umgebung wird bei erkannten Geräten nämlich eine direkte Verbindung mit erhöhtem Richtungssignal aufbaut. Die lückenlos stabile Übertragung konnte im Praxis-Check zu 100% nachvollzogen werden, der Router leistete sich kein einziges Mal einen Aussetzer. So muss es sein.

Fehlstart mit Lerneffekt
So reibungslos der Black Diamond vor sich hin werkelte, nachdem er erst einmal installiert war, so unfassbar mühsam erwies sich die Installation selbst. Zugegeben, das mag auch daran gelegen haben, dass der Router mit den Internetdiensten von UPC kombiniert werden musste. Fakt ist aber: Nach über einer Stunde in der UPC-Hotline, die trotz geduldiger Call-Center-Mitarbeiter zu keinem Resultat führte, konnte das Gerät nur durch eine letzte verzweifelte Eingebung zum Laufen gebracht werden. Die Lösung bestand darin, die älteste verfügbare Firmware des Routers draufzuspielen. Alle anderen Versionen inklusive der vorab am Gerät installierten funktionierten nämlich nicht. Sehr ärgerlich.

Immerhin: Die Fehlersuche hat dazu geführt, das ausführliche aber übersichtliche Browser-Interface des Routers genau kennenzulernen. Die Besichtigung der Router-Einstellungen wäre ohnehin notwendig gewesen, weil die Funkverbindungen des Geräts ab Werk nicht verschlüsselt werden. Ein absolutes No-Go.

Über den Standard hinaus
Neben den dafür vorhandenen Sicherheitsoptionen trumpft der Black Diamond auch mit Features auf, die für seine Klasse nicht unbedingt selbstverständlich sind. Mit sogenannten QoS (Quality of Service)-Einstellungen lassen sich zunächst sogar Datenströme priorisieren. Soll heißen: Über kinderleicht bedienbare Schaltflächen kann man dem Router vorgeben, ob Streaming, Online-Gaming oder VoIP-Daten mehr verfügbare Bandbreite im Datenverkehr zugesprochen wird. Spitze.

Mit "Dr. Surf" wurde auch ein ständiger Assistent eingerichtet, der passend zu allen vorhandenen Menüs zahlreiche Hilfstexte und Fehlerdiagnosen zur Verfügung stellt. Dass es aber selbst dann noch zu lästigen Problemen kommen kann, beweist leider die zuvor beschriebene Installationsproblematik.

NEWS.AT-FAZIT
Raus aus der Versenkung! Der Black Diamond von Asus ist wirklich ein ganz außergewöhnlicher Router. Das liegt in erster Linie daran, dass sich der Mut zu extravagantem Design im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann. Davon kann und sollte sich die Konkurrenz definitiv ein Stück abschneiden. Absolut gar nicht vorbildlich sind die Einstellungen ab Werk: Offene Funkverbindungen können extrem schädliche Konsequenzen für den Kunden nach sich ziehen und ein Firmware-"Bingo" machte die Installation zu einer Qual. Das ist schade, weil sowohl Austattung als auch Peformance und Bedienung in der obersten Liga mitspielen, wenn der schwarze Diamant erst einmal "zurechtgeschliffen" wurde.

Technisches Datenblatt des RT-N56U