Arbeitsplätze in Gefahr: Auch Hewlett Packard will rund 14.500 Stellen streichen!

Wie der weltgrößte Computerkonzern IBM will auch der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) 14.500 Arbeitsplätze abbauen, teilte der Konzern in New York mit. Das entspricht zehn Prozent der Belegschaft. Die Stellenstreichungen sollen in den nächsten eineinhalb Jahren passieren. Damit sollen die Kosten massiv gedrückt werden.

Die Maßnahme sei Teil der Strategie des neuen Chefs Mark Hurd, die Profitabilität des Unternehmens zu steigern. Bis zum Geschäftsjahr 2006/07 (bis Oktober 2007) sollen die jährlichen Kosten um 1,9 Mrd. Dollar (1,58 Mrd. Euro) gedrückt werden. Für das kommende Geschäftsjahr 2005/06 bezifferte HP das Einsparvolumen auf 900 Mio. bis 1,05 Mrd. Dollar.

Die Mehrheit der Stellen werde in den Sparten Informationstechnologie, Finanz- und Personalwesen in den kommenden sechs Quartalen abgebaut. HP erwartet Restrukturierungskosten in Höhe von etwa 1,1 Mrd. Dollar vor Steuern.

Österreich kaum betroffen
Vom weltweiten Abbau von 14.500 Stellen bei Hewlett Packard (HP) sei die Österreich-Tochter kaum betroffen, sagte HP Österreich-Sprecherin Sonja Kölich am Dienstag zur APA. Man hoffe, die binnen der nächsten eineinhalb Jahre geforderten Stellenstreichungen über die natürliche Fluktuation spielen zu können, die aktuell bei zwei bis vier Prozent der Belegschaft pro Jahr liege. HP beschäftigt in Österreich 808 Mitarbeiter (Stand Ende Oktober 2004).

Auch die Möglichkeiten zur Kosteneinsparung seien in Österreich eher gering, da es hier zu Lande kaum Mitarbeiter aus den betroffenen Bereiche wie Personal und Finanzen gebe, so Kölich. Eine relevante Einsparungsmöglichkeit gebe es einzig bei der geplanten Eingliederung von Vertrieb und Marketing in die drei bestehenden Geschäftsbereiche. Details dazu sollen in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden.

Teurer Konzernumbau
Bei den Kosten für den Konzernumbau geht HP in den kommenden sechs Vierteljahresabschnitten - beginnend ab dem im August startenden vierten Quartal 2004/2005 - von 1,1 Mrd. Dollar (913 Mio. Euro) aus. Diese Sonderbelastungen werden im Schlussquartal 2005 anlaufen. Darin seien die vor kurzem angekündigten und im dritten Quartal des laufenden Jahres verbuchten 100 Mio. Dollar nicht enthalten, hieß es.

Der Stellenabbau werde von Land zu Land variieren und richte sich nach örtlichen rechtlichen Vorschriften sowie Konsultationen mit den Betriebsräten und Arbeitnehmervertretern. Die Personaleinsparungen im Verkauf sollen minimal und in Forschung und Entwicklung geringfügig sein. Die Mehrzahl der Stellenstreichungen entfalle auf Hilfsfunktionen wie Informationstechnologie sowie Personal und Finanzen. Hewlett-Packard will in den USA ein freiwilliges Ruhestandsprogramm für langjährige Mitarbeiter anbieten.

Drei Hauptsparten
Die Customer Solutions Group (CSG) soll als eigenständige Sparte schließen. Sie verkauft an Großunternehmen, mittlere und kleinere Firmen sowie Behörden. Ihre Funktionen sollen in die drei Hauptsparten von Hewlett-Packard integriert werden.

Spekulationen über einen größeren Umstrukturierungsplan bei HP hatte es gegeben, seit der neue HP-Chef Marc Hurd im März das Ruder von der geschassten Konzernchefin Carly Fiorina übernommen hatte. Das Unternehmen steht unter dem Druck der Anleger, seine Gewinnmarge zu erhöhen. HP hat die von Fiorina eingefädelte 20-Mrd.-Dollar-Fusion mit dem Computerbauer Compaq noch immer nicht verdaut und im PC-Geschäft einen schwierigen Stand gegen den aggressiven Konkurrenten Dell.

Wandel zum Besseren
Allerdings wendete sich das PC-Geschäft bei HP zuletzt zum Besseren: Im zweiten Quartal verzeichnete das Unternehmen mit diesem Zweig einen operationellen Gewinn von 147 Mio. Dollar (122 Mio. Euro). (apa/red)