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Duke Nukem Forever

Autor:Benjamin Brandtner
21.6.2011 15:53

14 Jahre Verspätung für eine Spiele-Ikone:
Duke Nukem Forever im TEST für den PC


"Wenn Schweine fliegen" - Diese kryptische Antwort gab George Broussard 2006, als er, damals Chef von Entwickler 3D Realms, in einem Interview auf den Erscheinungstermin des seit 1997 (!) in Entstehung befindlichen Duke Nukem Forever einging. 3D Realms ist vor zwei Jahren bankrott gegangen, aber Schweine können doch fliegen: Das Spiel wurde von Gearbox fertiggestellt und ist ab sofort für PC, Xbox360 und Playstation 3 im Handel.

Die Entwicklung von Duke Nukem Forever (DNF) begann also im Jahr 1997: Zwar machte die Spielfigur Duke Nukem samt seiner legendären Political Incorrectness einige Ausflüge auf verschiedene Konsolen, der legitime Nachfolger von Duke Nukem 3D ließ jedoch nach etlichen Fehlentwicklungen und rechtlichen Streitereien bis heute auf sich warten. Bis heute.

Gehirn abschalten, Duke einlegen
Was hat der Duke also nach 14 Jahren zu bieten? Sich vor allem: Extrem derbe Sprüche, Fäkal-Spielchen und die Glorifizierung einer Videospielikone aus den 90ern stehen inhaltlich ganz klar im Mittelpunkt. Zwei weitere Eigenschaften von DNF werden Shooter-Versierten auffallen: Die häufige Persiflage anderer Genre-Vertreter wie etwa Halo oder Half-Life sowie die relative "Kreativität" im Vergleich zu anderen linearen Hollywood-Shootern.

Klar, im Prinzip geht es bei DNF innerhalb einer seichten Story auch nur darum, alle Aliens kaltzustellen, die es bei Drei nicht auf die Bäume geschafft haben. Anstatt ständig von bombastischer Skript-Szene zu Skript-Szene geschliffen zu werden, sieht man sich aber auch mit Problemstellungen konfrontiert, die nicht nur möglichst helles Mündungsfeuer löst. Monstertrucks fahren, Abrissbirnen bedienen, Morphing zum Mini-Duke oder Objekte verschieben, um weiterzukommen: Auf der einen Seite sicherlich "Old School", auf der anderen Seite aber mittlerweile fast schon ein Alleinstellungsmerkmal in heutigen Zeiten. Und definitiv Geschmackssache.

Eine Optik wie das Riesenrad
Nicht so groß, aber fast so alt: DNF präsentiert sich im Test am PC trotz maximaler Settings bestenfalls durchschnittlich. Trotz Unreal Engine 3 erinnern maue Effekte, stockende Animationen und teils furchtbares Texturwerk an mittelmäßige Titel aus dem letzten Jahrzehnt. In den Konsolenversionen kommen auch noch längere Ladezeiten hinzu, wie Kollegen versicherten. Offensichtlich musste Gearbox große Kompromisse eingehen, um überhaupt irgendeinen Zeitplan einhalten zu können.

FAZIT
Come get some? Nicht ganz: Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei und das sieht man leider auch an Duke Nukem Forever. Vor allem aus technischer Sicht. Was sich in 14 Jahren "Entwicklungszeit" angestaut bzw. verirrt hat, ist bestenfalls als amüsantes Chaos zu bezeichnen. Insofern ist es dem letztendlichen Entwickler Gearbox hoch anzurechnen, dass überhaupt etwas Spielbares herausgekommen ist. Nur Nostalgiker werden letztendlich nicht enttäuscht sein, weil "ihr" Duke immerhin ein relativ aktuelles Abenteuer spendiert bekommen hat und Persiflagen sowie die Political Incorrectness des Hauptcharakters für den einen oder anderen Schmunzler sorgen dürfte.

Bewertung: 3 / 6

21.6.2011 15:53
Autor:Benjamin Brandtner
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