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17.11.2010 12:43

Call of Duty Black Ops im NEWS.at-TEST:
Ein Rendezvous mit Castro und Zombies

  • Siebte Auflage mit Schauplätzen des Kalten Krieges
  • Bricht der Bestseller auch spielerische Rekorde?

Bestseller-Alarm beim Shooter Call of Duty (CoD): Wie schon der Vorgänger Modern Warfare 2, sprengte auch das neue Black Ops mit dem Release den Verkaufsrekord für die gesamte Unterhaltungsbranche: In den ersten 24 Stunden konnte Publisher Activision sage und schreibe 360 Mio. Dollar Umsatz mit dem Spiel verbuchen. Nebst treuer Fan-Basis und einer gehörigen Portion Hype ist dies unter anderem auch auf den erzählerischen Sprengstoff zurückzuführen, der in der Solo-Kampagne verpackt wurde. Aber kann Black Ops auch spielerisch punkten? NEWS.at hat sich auf die neue Achterbahnfahrt von Entwickler Treyarch begeben.

Zahlengewirr im Kopf. Gleißendes Licht beeinträchtigt die Orientierung. "Wie lautet Ihr Name? Wo sind Sie geboren?", dröhnt es aus dem Lautsprecher. Schmerzen. "Die Nummern...was bedeuten sie?" - Auf einen Stuhl gefesselt peitschen Soldat Mason angesetzte Elektroden wieder und wieder die verlorenen Erinnerungen grauenhafter Kriegseinsätze hoch. Herzlich Willkommen beim Verhör und in der Solo-Kampagne von Black Ops: Woran sich das Mitglied eines Sondereinsatzkommandos erinnert, ist nämlich in klassische Missionen unterteilt und führt den Spieler turbulent durch zahlreiche Schauplätze des Kalten Krieges. Darunter etwa auch nach Kuba, um einen Anschlag auf Fidel Castro zu verüben.



Bedrückend und zugleich eindrucksvoll inszeniert Entwickler Treyarch eine Achterbahnfahrt des Kriegsgreuels, die dann nach rund acht Stunden (Schwierigkeitsgrad "Söldner") auch schon wieder zu Ende ist. Zu kurz? Mitnichten: Trotz hoher Linearität lassen eine Vielzahl an Einsatzgebieten und unterschiedlichen Missionsdesigns das Gefühl der Enttäuschung über die Spieldauer erst gar nicht aufkommen. Hartgesottene CoD-Kämpfer stellen den Schwierigkeitsgrad ohnehin auf "Veteran" und ziehen somit das Erlebnis künstlich in die Länge. Vorausgesetzt, die endlos respawnenden KI-Gegner treiben einen dann vor dem Abrollen der Credits an bestimmten Stellen nicht in den Wahnsinn. Modern Warfare 1 lässt grüßen.

Mehrspieler-Masse mit Zombie-Alarm
Es wäre kein CoD, wenn Black Ops nicht auch ein üppiges und erfahren balanciertes Multiplayer-Paket mit an Bord hätte. Zum einen besteht dieses aus den üblichen Mehrspieler-Modi, die - wie schon in Modern Warfare - mit einem motivierenden Währungssystem für Ausrüstungsupgrades, aber auch coolen Modifikationsmöglichkeiten für Clans garniert sind. Bis zu 32 Spieler können sich prinzipiell untereinander messen, nicht weniger als acht unterschiedliche Spielarten lassen sich mit (vorerst) 13 Maps austragen.

Zum anderen wurde dem bereits aus World at War bekannten Zombie-Überlebenskampf neues Leben eingehaucht. An Skurrilität kaum zu überbieten, gilt es dabei als einer von vier auftauchenden Präsidenten aus der Kampagne mit bis zu drei Freunden online oder lokal im Splitscreen Gegner-Anstürme abzuwehren. Kleiner Wermutstropfen: Dedicated Server gibt es sowohl im klassischen Mulitplayer als auch im Überlebenskampf nur für die PC-Version, Konsoleros schauen hier leider durch die Finger.

NEWS.at-FAZIT
Wenn CoD mit Black Ops fernab der Verkaufszahlen Rekorde bricht, dann höchstens beim Tempo, in dem die Geschichte der Kampagne erzählt wird. Das ist aber kein Kritikpunkt: Denn auch wenn das Solisten-Feuerwerk recht kurz geraten ist, so legte Entwickler Treyarch bis dato die beste Story der Serie aufs Parkett. Aus spielerischer und grafischer Hinsicht wird zwar viel Abwechslung, aber prinzipiell nichts Neues geboten. Definitiv neu hingegen ist der Grad an Brutalität, der in der hierzulande ungeschnittenen Version zu sehen ist und selbst erfahrenen Vielspielern stellenweise den Magen umdrehen könnte.

Wer die turbulente Kampagne durch hat, kann sich anschließend noch im skurrilen Koop-Zombie-Modus und in den motivierend umfangreichen Multiplayer-Schlachten austoben. Wochenlang. In Summe sicherlich keine Neuerfindung des Rades, aber aufgrund des üppigen und durchdacht geschnürten Pakets ein gefundenes Fressen für Genre-Liebhaber.

(Benjamin Brandtner)

Wertung: SEHR GUT


Info
System: PC, Xbox360, Playstation 3
Genre: Shooter
Entwickler: Treyarch
Publisher: Activision
Erscheint: ab sofort

Preis: rund 60 Euro

17.11.2010 12:43
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