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22.2.2010 11:24

Asozial 2.0 - Neuer Skandal auf Facebook:
Gruppe hetzt gegen Down-Syndrom-Kinder

  • Italien: 1.300 Mitglieder in kurzer Zeit versammelt
  • Polizeiliche Ermittlungen von Ministerin eingeleitet

Eine Facebook-Gruppe, die in wenigen Stunden 1.300 Mitglieder gesammelt hat, hetzt in Italien gegen Kinder mit Down-Syndrom. Veröffentlicht wurde in Facebook das Foto eines neugeborenen Kindes mit Down-Syndrom, dessen Stirn das Wort "Trottel" prägt. Darunter steht: "Down-Kinder sollen als Schießscheibe dienen: Das ist das einzige Ende, das diese Schmarotzer verdienen."

"Warum sollten wir mit diesen verwerflichen Kreaturen zusammenleben, die zu nichts dienen? Kinder mit Down-Syndrom sind eine Last für unsere Gesellschaft. Wie können wir uns auf zivilisierte Weise von diesen Kreaturen befreien? Indem wir sie als mobile Schießscheiben verwenden", hieß es auf der Facebook-Seite.

Polizeiliche Ermittlungen eingeleitet
Frauenministerin Mara Carfagna reagierte empört. "Das ist eine inakzeptable und gefährliche Initiative, die zivilisierter Menschen unwürdig ist", sagte die Ministerin. Sie versicherte, dass die Polizei ermitteln werde, um festzustellen, wer hinter der Facebook-Gruppe steckt. Auch im Internet kam es zu heftigen Reaktionen gegen die Seite. "Ihr seid eine Schande. Schämt Euch!", war auf einigen Internet-Reaktionen zu lesen.

Die Polizei ist bereits dabei festzustellen, wer hinter der Facebook-Seite steckt. Es sei jedoch nicht einfach herauszufinden, wer für die anonymen Botschaften verantwortlich sei. Auch die Gesellschaft Facebook Italia erklärte, sie könne nicht direkt eingreifen, die italienische Justiz müsse ein Rechtshilfeschreiben in Kalifornien eingereichen, wo Facebook seinen Hauptsitz hat.

"Diese Menschen tun mir leid"
Der bekannte italienische Sänger Eugenio Finardi, Vater einer 26-jährigen Tochter mit Down-Syndrom, zeigte sich empört. "Diese Menschen tun mir wirklich leid. Sie haben viel mehr Probleme als meine Tochter. Sie müssen sich als vollkommen wertlos fühlen, wenn sie die Schwächsten unter den Schwächsten attackieren", so Finardi. (apa/red)

22.2.2010 11:24
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